APA - Austria Presse Agentur

The Lincoln Project: Die neuen Feinde von Donald Trump

06. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Eine Gruppe Republikaner haben sich gegen US-Präsidenten Donald Trump verbündet und mit einem Video in Rage gebracht.

Kellyanne Conway gilt als eine der wichtigsten Beraterinnen von US-Präsident Donald Trump - auch die "alternativen Fakten" gehen auf sie zurück. Doch Trump spaltet selbst ihre Familie, denn ihr Ehemann George Conway, selbst Republikaner, geht einen gänzlich anderen Weg und zieht damit den Ärger des US-Präsidenten auf sich: er ist Teil des "Lincoln Project".

Am Montag verbreitet Conway ein Video, indem das "Lincoln Project" Trumps Umgang mit der Coronakrise kritisiert. Trump habe das Virus ignoriert, weshalb zehntausende Menschen sterben mussten, heißt es darin. Im Land herrsche Trauer und unter der Führung von Donald Trump seien die USA schwächer, kränker und ärmer geworden. Besonders brisant: Conway ist mit Trumps Beraterin und Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway verheiratet.

Trump reagierte in seiner gewohnten Art: auf Twitter. Er macht seinem Ärger in einer Reihe von Tweets Luft. Er bezeichnet die Mitglieder des "Lincoln Project" als "Loser". Conway beschimpft er als "geistesgestört". Trump schreibt: "Ich weiß nicht, was Kellyanne ihrem geistesgestörten, mondgesichtigen Verlierer-Ehemann angetan hat, aber es muss wirklich schlimm gewesen sein."

Wer steckt hinter dem Lincoln Project?

Das Lincoln Project ist eine Vereinigung von Republikanern, die sich gegen Donald Trump und seine Politik stellen. Gegründet wurde die Lobbygruppe unter anderem von Conway und den ehemaligen republikanischen Strategen und Beratern Steve Schmidt, Rick Wilson und John Weaver.  

Sie wollen verhindern, dass Trump nach der Wahl im November 2020 weiterhin gegen die Verfassung verstoßen könne. Zu diesem Zweck sei auch eine demokratische Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus hinzunehmen.

Vorbild für die Mitglieder des "Lincoln Project" ist der ehemalige US-Präsident Abraham Lincoln, der die Sklaverei beendet hat. Er habe nicht gekämpft, weil er wollte, sondern weil er wusste, dass er seine Ziele nur durch einen bewaffneten Konflikt erreichen konnte, heißt es auf der Seite.

Das "Lincoln Project" stößt auch auf Kritik. Die konservative Zeitung Washington Times bezeichnet die Mitglieder als "Republican in name only" kurz RINO. Das "Lincoln Project" würde sich zwar als konservativ bezeichnen, ihr Ziel sei aber eine demokratische Mehrheit im Kongress.  Das sei schizophren.

Das Video mit dem Titel "Mourning America" (Trauer in Amerika) ist eine Anspielung auf die Wahlkampagne "Morning in America" des Republikaners Ronald Reagan aus dem Jahr 1984.

Soraya PechtlQuelle: Redaktion