APA/EXPA/JOHANN GRODER

Teuerung: Sozialminister Rauch plädiert für Vermögenssteuern

Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) macht sich weiterhin stark für eine Steuer auf Millionenerben.

"Jene Menschen, die in den vergangenen 15 Jahren durch ein Erbe enorm profitiert haben, müssen jetzt einen gerechten Beitrag leisten zur Bewältigung der Krisen. Ich weiß schon, diese Debatte will man in der ÖVP nicht führen. Für mich ist jedenfalls eine Steuer auf große Erbschaften eine Frage der sozialen Gerechtigkeit", sagte er in der "Tiroler Tageszeitung".

Rauch untermauerte damit seine angesichts der Rekordinflation bereits Ende April geäußerte Position. Damals erklärte er, die Diskussion müsse "eröffnet werden" - und handelte sich prompt eine Absage der ÖVP ein.

Immer mehr Armutsgefährdete

In dem vorab veröffentlichten Interview der "TT" (Mittwochausgabe) plädierte der Ressortchef nun dennoch neuerlich für diese Maßnahme: "Wir werden es uns als Gesellschaft nicht leisten können, wenn die Kluft zwischen sehr Reichen und einer größer werdenden Gruppe von Armutsgefährdeten immer größer wird. Das kratzt am Fundament der Demokratie. Es geht schlichtweg darum: Ist eine Gesellschaft zukunftsfähig oder nicht? Das muss endlich begriffen werden. Wenn man es nicht begreifen will, kommt es zu sozialen Verwerfungen."

Dass der Koalitionspartner einen anderen Standpunkt einnimmt, ist Rauch bewusst: "Die Haltung der ÖVP ist klar, ich werde aber meine Stimme trotzdem erheben, weil ich von der Richtigkeit überzeugt bin. Ich habe das auch als Sozialminister zu tun."

ribbon Zusammenfassung
  • Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) macht sich weiterhin stark für eine Steuer auf Millionenerben.
  • "Jene Menschen, die in den vergangenen 15 Jahren durch ein Erbe enorm profitiert haben, müssen jetzt einen gerechten Beitrag leisten zur Bewältigung der Krisen. Ich weiß schon, diese Debatte will man in der ÖVP nicht führen."
  • "Für mich ist jedenfalls eine Steuer auf große Erbschaften eine Frage der sozialen Gerechtigkeit", sagte er in der "Tiroler Tageszeitung".
  • Rauch untermauerte damit seine angesichts der Rekordinflation bereits Ende April geäußerte Position. Damals erklärte er, die Diskussion müsse "eröffnet werden" - und handelte sich prompt eine Absage der ÖVP ein.