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Terror-Anschlag Wien: Anklage der mutmaßlichen Komplizen noch nicht in Sicht

24. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Die Staatsanwaltschaft Wien hat am Dienstag dementiert, dass zeitnahe mit einer Anklageerhebung gegen Mitbeteiligte am Terror-Anschlag von Wien vom 2. November 2020 zu rechnen ist. Ein 270 Seiten starker Abschlussbericht der Ermittler liege zwar vor, die Arbeit der Anklagebehörde sei aber noch nicht abgeschlossen - eine Anklage ist somit noch nicht in Sicht.

Außerdem sei die Causa berichtspflichtig, ergänzte Bussek. Ein allfälliger Anklage-Entwurf bedarf somit noch der Genehmigung der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien und letzten Endes des Justizministeriums.

 

Wochen oder Monate bis zu einer Anklage

Damit dürften noch mehrere Wochen, wenn nicht Monate vergehen, ehe beim Landesgericht für Strafsachen eine Anklageschrift gegen mutmaßliche Beitragstäter des von der Polizei erschossenen Attentäters eingebracht wird, der vier Passanten getötet und 23 Personen verletzt hatte.

27 Beschuldigte

Über das Vorliegen des Abschlussberichts hatten zuerst "Die Presse" und zuletzt "Der Standard" berichtet. Darin werden 27 Beschuldigte erwähnt, die auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Attentat in Verbindung stehen sollen. Sieben gelten als Hauptbeschuldigte, weil sie den Attentäter in seinen Plänen konkret bestärkt haben, das Beschaffen von Waffen und von Munition ermöglicht haben sollen.

Ein 32-Jähriger soll dem Attentäter im Prater das beim Attentat verwendete Sturmgewehr verkauft und dafür eine Provision eingestreift und später Munition überlassen haben. Ein 28-Jähriger hielt sich offenbar bis zum 1. November 2020 - dem Tag vor dem Anschlag - in der Wohnung des Attentäters auf - seine DNA-Spuren fanden sich am Gewehr und weiters an einer Machete, einer Pistole und am Schultergurt des Sturmgewehrs. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann dem Attentäter beim Präparieren der Waffe behilflich war.

Quelle: Agenturen