Tausende bei Jahrestagsdemo für İmamoğlu in Istanbul
Es gab ein großes Polizeiaufgebot. CHP-Chef Özgür Özel sagte bei der Demonstration: "Hunderttausende Ekrems sind auf dem Platz". Vor einem Jahr sei ein Komplott voller Verleumdungen und Lügen gestartet worden, sagte Özel. Das Ziel des "Putsches" seien İmamoğlu und der Aufstieg der Partei gewesen.
İmamoğlu gilt als aussichtsreicher Kontrahent des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bei zukünftigen Wahlen. Am 18. März 2025 war İmamoğlu sein Universitätsdiplom aberkannt worden - was Voraussetzung für eine Präsidentschaftskandidatur ist. Einen Tag später wurde er wegen Terror- und Korruptionsvorwürfen in Gewahrsam genommen - am 23. März dann schließlich verhaftet und als Bürgermeister abgesetzt. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.
İmamoğlu sitzt seitdem im Istanbuler Bezirk Silivri in Untersuchungshaft. Der Hauptprozess gegen den Erdogan-Rivalen hat kürzlich begonnen - ihm drohen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mehr als 2.000 Jahre Haft.
Kritiker sehen das Vorgehen gegen İmamoğlu und andere Oppositionspolitiker als gezielten Versuch der Regierung, die stärkste Oppositionspartei im Land auszuschalten. Das Vorgehen hatte daraufhin die größten Proteste seit mehr als zehn Jahren in der Türkei ausgelöst. Diese hatten unter anderem auch eine Welle an Festnahmen zur Folge.
Zusammenfassung
- Tausende Menschen haben sich ein Jahr nach den Protesten gegen die Verhaftung und Absetzung von Ekrem İmamoğlu auf dem Sarachane-Platz in Istanbul versammelt, zu der die Oppositionspartei CHP aufgerufen hatte.
- Kritiker sehen das Vorgehen gegen İmamoğlu als Versuch der Regierung, die stärkste Oppositionspartei auszuschalten, was die größten Proteste seit über zehn Jahren und zahlreiche Festnahmen auslöste.
