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Taliban fordern Stopp von US-Offensiven in Zivilgebieten

11. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Die Taliban haben die USA aufgefordert, Einsätze in afghanischen Regionen zu unterlassen, die kein Kampfgebiet sind. Nach Angaben eines Sprechers der militant-islamistischen Gruppe sprach am Freitagabend der politische Arm der Taliban in Doha (Katar) mit dem Kommandanten der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, General Austin Scott Miller.

Die Taliban haben die USA aufgefordert, Einsätze in afghanischen Regionen zu unterlassen, die kein Kampfgebiet sind. Nach Angaben eines Sprechers der militant-islamistischen Gruppe sprach am Freitagabend der politische Arm der Taliban in Doha (Katar) mit dem Kommandanten der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, General Austin Scott Miller.

Dabei sei es um die Vermeidung nächtlicher Offensiven in solchen Gebieten gegangen, erklärte Suhail Shaheen am Samstag. Die Taliban veröffentlichten dazu nicht-authentifizierbares Videomaterial, das die US-Bombardierung eines Hauses in der Provinz Badachschan zeigen soll. Ein US-Militärsprecher bestätigte, dass Miller ein Treffen mit "ausgewählten Taliban-Führern" gehabt habe, in dem die "Reduzierung von Gewalt" Thema gewesen sei.

Unterdessen gab es am Freitagabend Angriffe in den Provinzen Kandahar und Ghazni, bei denen Regierungsvertreter jeweils die Taliban als Drahtzieher vermuteten. In Kandahar wurden drei Zivilisten getötet und zwei verletzt. Die anhaltende Gewalt wirft Zweifel darüber auf, wie fruchtbar die innerafghanischen Friedensgespräche sein können, die die USA mit den Taliban vorbereitet haben.

Ein beidseitiger Gefangenenaustausch gilt als Voraussetzung für direkte Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban. Über die Umsetzung gibt es aber Streit, speziell bei der Frage, ob die Regierung auch ranghohe Befehlshaber der Extremisten freilässt.

Quelle: Agenturen