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Syrisches Lager Al-Hol für IS-Familien geschlossen

Heute, 00:34 · Lesedauer 2 min

Nach der Verlegung aller verbliebenen Insassen des berüchtigten Lagers Al-Hol für Familien von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die syrische Regierung seine Schließung bekannt gegeben. "Die syrischen und nicht-syrischen Familien wurden umgesiedelt", teilte ein von der syrischen Regierung mit der Verwaltung des Lagers im Nordosten Syriens beauftragter Beamter, Fadi al-Kassem, am Sonntag mit.

Die Sicherheitskräfte führten derzeit letzte Kontrollen der Zelte im Lager durch, erklärte al-Kassem. Die Lagerbewohner, die "Hilfe für ihre Wiedereingliederung" in die Gesellschaft benötigten, seien in ein Lager in Achtarin im Norden der Provinz Aleppo und an andere Orte gebracht worden. Aus Kreisen einer Menschenrechtsorganisation verlautete, es seien "alle im Lager arbeitenden Teams evakuiert und die Ausrüstung abgebaut" worden.

Das Lager Al-Hol in der syrischen Provinz Hasakeh war bislang das größte Lager für Familien von IS-Kämpfern in der Region. Zuletzt lebten dort etwa 24.000 Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder. Zu den Insassen zählten etwa 15.000 Syrer, mehrere tausend Iraker und mehr als 6.000 Ausländer aus rund 40 anderen Ländern.

Das Lager war von kurdischen Militärkräften eingerichtet worden, die den Kampf gegen den IS in Syrien angeführt hatten und dabei von einer internationalen Militärkoalition unter Führung der USA unterstützt worden waren.

Wegen einer Offensive syrischer Regierungstruppen im bisherigen kurdischen Autonomiegebiet im Nordosten Syriens zogen sich aber die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) im Januar aus Al-Hol zurück. Die syrische Regierung übernahm daraufhin die Kontrolle über das Lager.

Nach dem Einrücken der syrischen Regierungstruppen in das bisherige kurdische Autonomiegebiet begann das US-Militär seinerseits mit der Verlegung von IS-Gefangenen in den Irak. Damit soll das Risiko vermieden werden, dass die IS-Kämpfer flüchten können.

Zusammenfassung
  • Das syrische Lager Al-Hol für Familien von IS-Kämpfern wurde nach der Umsiedlung aller verbliebenen 24.000 Insassen, darunter etwa 15.000 Syrer, mehrere tausend Iraker und über 6.000 Ausländer, offiziell geschlossen.
  • Nach dem Einrücken syrischer Truppen in das bisherige kurdische Autonomiegebiet begann das US-Militär mit der Verlegung von IS-Gefangenen in den Irak, um eine mögliche Flucht zu verhindern.