Syrien: Massenflucht von Jihadisten-Angehörigen aus Lager Al-Hol
Zur Begründung sagte er, das Lager sei "willkürlich" geöffnet worden. Die zuvor für dessen Kontrolle zuständigen Kämpfer der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) hätten sich "plötzlich" und ohne vorherige Absprache mit den syrischen Behörden oder der internationalen Anti-IS-Koalition zurückgezogen. Tausende Frauen und Kinder entkamen aus dem Lager, die dort verbliebenen Menschen wurden syrischen Regierungsangaben zufolge in eine andere Einrichtung im Norden des Landes gebracht.
Der Ministeriumssprecher fügte an, nach dem Rückzug der kurdischen Kräfte seien "mehr als 138 Öffnungen" in der rund 17 Kilometer langen Außenbegrenzung des Lagers festgestellt worden. Dies habe die Flucht "mithilfe von Netzwerken" erleichtert.
Das Lager Al-Hol in der syrischen Provinz Hasakeh war von kurdischen Kämpfern eingerichtet und jahrelang kontrolliert worden. Diese hatten den Kampf gegen den IS in Syrien angeführt und waren dabei von einer internationalen Militärkoalition unter Führung der USA unterstützt worden.
Al-Hol war das größte Lager für Familien von IS-Kämpfern in der Region. Zuletzt lebten dort laut dem Innenministerium in Damaskus 23.500 Menschen, hauptsächlich Syrer und Iraker - sowie rund 6.500 Ausländer aus 44 Staaten.
Wegen einer Offensive syrischer Regierungstruppen im bisherigen kurdischen Autonomiegebiet im Nordosten Syriens zogen sich aber die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) im Jänner aus Al-Hol zurück. Die syrische Regierung übernahm daraufhin die Kontrolle über das Lager.
Nach dem Einrücken der syrischen Regierungstruppen in das bisherige kurdische Autonomiegebiet verlegte das US-Militär seinerseits nach eigenen Angaben mehr als 5.700 Insassen in den Irak. Damit sollte deren weitere Überwachung sichergestellt werden.
Zusammenfassung
- Nach dem Rückzug der kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) aus dem Lager Al-Hol kam es laut syrischem Innenministerium zu einer Massenflucht von Angehörigen jihadistischer Kämpfer.
- Es wurden mehr als 138 Öffnungen in der 17 Kilometer langen Außenbegrenzung des Lagers festgestellt, wodurch Tausende Frauen und Kinder entkommen konnten.
- Von den zuletzt 23.500 Insassen, darunter 6.500 Ausländer aus 44 Staaten, wurden nach der Übernahme durch syrische Regierungstruppen über 5.700 Menschen vom US-Militär in den Irak verlegt.
