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Südkoreas Ex-Ministerpräsident zu 23 Jahren Haft verurteilt

Heute, 08:09 · Lesedauer 1 min

Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han Duck-soo ist wegen seiner Schlüsselrolle in einem Staatsstreich im Dezember 2024 zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Seoul befand, dass Han den damaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol beim Verhängen des Kriegsrechts unterstützte. Das erstinstanzliche Urteil fiel mit 23 Jahren deutlich höher aus als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre Haft. Han werde die Entscheidung "demütig akzeptieren", sagte er.

Am 3. Dezember 2024 hatte der Ex-Präsident Yoon Suk-yeol im Zuge eines Budgetstreits mit der Opposition überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Der konservative Politiker begründete die radikale Maßnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas. Zudem warf er der linken Opposition vor, von Kommunisten mit Verbindungen zu China und Nordkorea unterwandert zu sein. Für seine Anschuldigungen legte Yoon keine Beweise vor.

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen des Verdachts des Aufruhrs die Todesstrafe für Yoon. Ein Urteilsspruch dazu ist für den 19. Februar angesetzt. Auch wenn in Südkorea weiterhin die Todesstrafe verhängt wird, wurde diese seit fast 30 Jahren nicht mehr vollstreckt. Seit dem Sommer wird Südkorea von Präsident Lee Jae-myung regiert, einem links-zentristischen Politiker und langjährigen politischen Rivalen Yoons.

Zusammenfassung
  • Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han Duck-soo wurde wegen seiner Rolle beim Staatsstreich vom Dezember 2024 zu 23 Jahren Haft verurteilt, deutlich mehr als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre.
  • Han unterstützte Präsident Yoon Suk-yeol, der am 3. Dezember 2024 im Zuge eines Budgetstreits mit der Opposition das Kriegsrecht ausgerufen hatte.
  • Für Yoon fordert die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Aufruhr die Todesstrafe, das Urteil soll am 19. Februar verkündet werden.