Stocker zum Frauentag: Chancengleichheit muss Grundsatz sein
Frauen gehören "in die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Familie und natürlich auch auf den Fußballplatz", wird der ÖVP-Chef in einer Aussendung zitiert. Die Spielerinnen, die gerade mit der WM-Qualifikation beschäftigt sind, würden stellvertretend für zahlreiche Frauen in Österreich stehen, die zeigen, "dass Talent kein Geschlecht kennt." Im Bundeskanzleramt sollen Frauen und ihre Leistungen rund um den Frauentag in den Mittelpunkt gestellt werden: In der kommenden Woche werden verstärkt Frauen, "die mit Talent, Vision und Einsatz Österreich mitgestalten", in der Videoreihe "Stimmen für den Aufschwung" porträtiert.
Auch die übrigen Parteien meldeten sich im Vorfeld des Frauentages zu Wort. So sprach SPÖ-Parteichef Andreas Babler bei der SPÖ-Bundesfrauenkonferenz am Freitag den Gender Pay Gap an: "Wir nehmen nicht hin, dass Frauen für die gleichwertige Arbeit um ein Fünftel weniger Geld bekommen." Der Schlüssel für Gleichberechtigung am Lohnzettel sei die Lohntransparenz, die im Sommer umgesetzt werden soll. Der Kampf um Gleichstellung sei ein Auftrag der Gesamtpartei, sagte er weiters.
Am Donnerstag hatte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) bereits eine neue Kampagne vorgestellt, die für mehr Bewusstsein für strukturelle Benachteiligungen von Frauen sorgen soll. Die NEOS hatten sich ebenso zu Wort gemeldet, Frauensprecherin Henrike Brandstötter betonte die Bedeutung einer stärkeren Beteiligung von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen.
Die Grünen kritisierten die Regierung: Parteichefin Leonore Gewessler warf ihr "Rückschritte" in der Frauenpolitik vor, da sie bei Kinderbetreuung, Pflege und der Unterstützung für Alleinerziehende kürze. FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker plädierte bei einer Veranstaltung des freiheitlichen Bildungsinstituts für faire Rahmenbedingungen. "Zeit für Kinder und pflegebedürftige Angehörige muss ohne Nachteile bei Einkommen und Pension möglich sein, wenn Politik Wertschätzung ernst nimmt." Frauen ab 50 dürften zudem nicht wegen ihres Alters vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden.
Zusammenfassung
- Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) forderte anlässlich des Frauentags am 8. März, dass Chancengleichheit Grundsatz und kein Privileg sein soll.
- SPÖ-Chef Andreas Babler kritisierte auf der Bundesfrauenkonferenz den Gender Pay Gap von etwa 20 Prozent und kündigte die Umsetzung von Lohntransparenz im Sommer an.
- Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) stellte eine neue Kampagne gegen strukturelle Benachteiligungen vor, während die Grünen und die FPÖ weitere Maßnahmen für Gleichstellung forderten.
