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Steiermark sieht sich für Impfpflicht gerüstet

21. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Die steirische Impfkoordinatoren meinen auf einen möglichen Ansturm in Folge der Einführung der Impfpflicht vorbereitet zu sein. Die Kapazitäten der Impfstraßen sollten dafür ausreichen.

Anzusehen war den drei steirischen Impfkoordinatoren die Freude über den Beschluss der Impfpflicht am Donnerstag im Nationalrat. Die Begleitmaßnahmen wie etwa die Lotterie begrüßen sie.

Mit dem Impffortschritt in der vergangenen Woche zeigte sich Michael Koren grundsätzlich zufrieden. In der laufenden Woche sei aber ein leichter Rückgang bei den Erstimpfungen zu beobachten, dafür sei die Zahl der geboosterten Menschen in der Grünen Mark schon vergleichsweise hoch, meinte Wolfgang Wlattnig, stellvertretender Landesamtsdirektor am Freitag. Täglich würden derzeit 750 Menschen zum ersten Mal zu einer Coronaschutzimpfung kommen.

Niedrigste Inzidenz

Mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 900,5 weit die Steiermark am Freitag die geringste Inzidenz aller Bundesländer aus. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist im Vergleich mit den anderen Ländern am wenigsten hoch. Das wird auch auf die vielen Booster zurückgeführt. Die "Impfprämie" für Gemeinden könne derzeit schon von einigen steirischen Kommunen abgeholt werden: Krakau, Spital am Semmering und Eisenerz liegen jetzt schon über 80 Prozent. Bad Radkersburg, Thal, Klöch und andere Gemeinden dürften in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Sie liegen knapp unter 80 Prozent.

Eine steirische Gemeinde liegt übrigens immer noch abgeschlagen unter einer 60 Prozent-Quote: In Michaelerberg-Pruggern (Bezirk Liezen) haben nur 57 Prozent der Bevölkerung ein gültiges Impfzertifikat. Im Schnitt haben 72 Prozent der steirischen Gesamtbevölkerung ein gültiges Impfzertifikat. Ab 7. Februar wird es für das Kinderimpfen eine Neuerung geben: Von da an können auch Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren täglich bei allen Impfstraßen des Landes ohne Termin immunisiert werden.

Alternativen zu PCR-Tests angedacht

Angesichts der hohen Infektionszahlen bastelt das Land Steiermark an Alternativen für das zusehends angespannte PCR-Testsystem. Antigen-Wohnzimmertests könnten wieder eingeführt werden. Das Land Steiermark habe sich entschieden, die Ausgabe nicht über die Gemeinden sondern wieder über die Apotheken zu organisieren. Allerdings sind die Rechtsgrundlagen für die Abfrage der E-Cards abgelaufen. Um zu verhindern, dass Menschen mehrfach am Tag Tests in den Apotheken abholen, werde derzeit ein eigenes steirisches System erarbeitet. Mit diesem sollen die Apotheken die Vergabe der Tests kontrollieren können. Es dürfte Ende kommender Woche einsatzbereit sein.

Ob es tatsächlich gebraucht wird, weil das PCR-Testsystem an die Kapazitätsgrenze kommt, ist unklar. Die Wohnzimmertests sollen jedenfalls ähnlich wie die Gurgeltests nach einer Anmeldung in den Apotheken abgeholt werden können. Eitner empfahl die Verwendung neu ausgegebener Tests, da möglicherweise zu Hause gehortete, ältere Antigentests nicht bei der Omikron-Variante anschlagen.

Neuorganisation des Freitestens

Beim behördlichen Freitesten rüstet sich das Land Steiermark auch für einen Ansturm, der wohl in den kommenden Wochen wegen der vielen Infektionen zu erwarten ist. Derzeit habe das Rote Kreuz noch keine Probleme die behördlich vorgesehenen Tests zu bewältigen, aber die Probleme werden kommen, ist man überzeugt: "Wir sind dabei eine Art Überlaufventil zu organisieren", sagte Eitner. Man plane, dass jeder PCR-Test, dessen Ergebnis auch in den Grünen Pass läuft, für die Behörden hochgeladen werden kann. Anhand dieser Zertifikate könnten dann Personen aus der Quarantäne entlassen werden. Das Tool soll ebenfalls in der kommenden Woche einsatzbereit sein.

Quelle: Agenturen / apb