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Stangl löst Kalliauer als oberösterreichischer ÖGB-Chef ab

03. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Andreas Stangl (52) ist am Dienstag mit 91,94 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen Chef des Oberösterreichischen Gewerkschaftsbundes gewählt worden. Er folgt auf Johann Kalliauer, der 18 Jahre an der Spitze der Organisation gestanden ist. Damit sind die Ämter des Arbeiterkammer-Präsidenten und des ÖGB-Landesvorsitzenden wieder in einer Hand, nachdem Stangl Kalliauer bereits im November als AK-Chef beerbt hatte.

Stangl hat bei der außerordentlichen ÖGB-Landeskonferenz viele Ziele und Forderungen angekündigt, die den Arbeitnehmern entgegenkommen sollen. Am wichtigsten seien Maßnahmen, um der aktuellen Teuerung entgegenzuwirken. So setzt er sich unter anderem für einen einmaligen Teuerungsausgleich für besonders Einkommensschwache, eine befristete Senkung der Mineralölsteuer und eine vorübergehende Aussetzung der Inflationsanpassung bei Mieten ein. Außerdem fordert Stangl, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auszusetzen. "Diese Maßnahme wäre einfach umsetzbar, und die Entlastung kommt sofort in der Geldbörse der Menschen an", so Stangl.

Weitere große Anliegen sind für Stangl die Abschaffung der kalten Progression, die Würdigung der sozialen Leistungen von Betriebsräten und die Anzahl der oberösterreichischen Betriebe mit Arbeitnehmerinteressensvertretungen zu steigern. Außerdem macht er sich für die Vier-Tage-Woche, die Beibehaltung des Pensionsantrittsalters, fairen Klimaschutz, die Dezentralisierung der Krankenkassen und eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes stark. Verbesserungsbedarf ortet er in den Bereichen der Pflege und der Elementarpädagogik und kritisiert den mangelnden Verbesserungswillen der Regierung in diesen Bereichen.

Abschließend dankte Stangl allen Delegierten der Landeskonferenz und vor allem seinem Vorgänger Johann Kalliauer, der den ÖGB in Oberösterreich sehr stark aufgestellt und mit innovativen Pilotprojekten bundesweit für Aufsehen gesorgt habe. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) dankte bereits in seinen Begrüßungsworten Kalliauer "für die jahrelange Bereitschaft zum Miteinander" und war "überzeugt, dass diese Partnerschaft mit Andreas Stangl an der Spitze weiterhin eine verlässliche und auch belastbare sein wird". Angesichts der vielen Krisen sei die gemeinsame Aufgabe "den Menschen Antworten zu geben. Sozialpartnerschaft ist nie aus der Mode gekommen, aber in schwierigen Zeiten besonders wichtig." Auch FPÖ-Chef LHStv. Manfred Haimbuchner nahm an der Konferenz teil, beglückwünschte Stangl und ehrte Kalliauer in einer Presseaussendung als jemand, der die oberösterreichische Politik und auch Haimbuchners eigene Karriere und politische Ansichten geprägt hat.

Quelle: Agenturen