Rendi-Wagner: Regionale Lockdowns kann man nicht ausschließen

08. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner verlangt im Newsroom LIVE bei Thomas Mohr fixe Impftermine für "Zögerliche" und hält regionale Lockdowns für möglich.

Österreich hat mit einer Inzidenz von 633 die schlechteste aller westeuropäischen Staaten. Auch bei der Impfquote liegen wir in Westeuropa noch immer an der letzten Stelle. "Überraschend ist das nicht", stellte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner im Newsroom LIVE klar. Das eine hänge mit dem anderen zusammen: Den Sommer habe man beim Impfen verschlafen, deshalb habe das Virus "freies Spiel". 

Impfkampagne schon längst an ihren Grenzen

Die Situation des letzten Herbstes wiederhole sich, obwohl man inzwischen die Impfung habe. Aber ein Instrument sei immer nur so gut, wie man es nütze und das geschehe bei der Impfung nicht. "Wir sehen heute, dass die Kampagne der Bundesregierung offenbar schon längst im Sommer an ihre Grenzen gestoßen ist."

Nach 20 Monaten Pandemie gebe es noch immer kein bundesweit einheitliches Corona-Management und keine zentral gesteuerte Impfkampagne. Impfen, Testen und Kontaktnachverfolgung sei den Bundesländern zugeschoben worden. 

Stufe 4 vorgezogen: 2G in ganz Österreich

Regionale Lockdowns

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) ist sicher, dass die am Montag in Kraft getretene 2G-Regel einen Lockdown verhindern könne. Dem widerspricht Rendi-Wagner: Wenn die Impfquote nicht, Neuinfektionen in manchen Gebieten aber dramatisch steigen, "wird regional zu entscheiden sein, ob Lockdowns notwendig sind. Ausschließen kann man das regional nicht." An einen österreichweiten Lockdown glaube sie aber zurzeit nicht. 

Fixe Impftermine für Zögerliche 

Um die Impfquote zu steigern, "reicht es nicht, einen netten Brief zu schreiben". Stattdessen fordert sie konkrete Impftermine für "Zögerliche". Andere Länder hätten vorgezeigt, dass das Erfolg bringe. Auch bei den Kontrollen gehe vieles schief. Sie seien zu lasch. 

Kritik am Nationalen Impfgremium

Gegen die steigenden Impfdurchbrüche sei der dritte Stich "ganz wichtig". Man habe sich beim Nationalen Impfgremium zu viel Zeit gelassen, ihn zu empfehlen. Sechs Monate Abstand nach der zweiten Impfdosis sei außerdem zu viel bei AstraZeneca-Geimpften und Hochrisiko-Gruppen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam