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SPÖ-Bezirksvorsteher sieht Klimaschützer als "Heisln"

30. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Nach dem Parteitag der Wiener SPÖ am Wochenende ist nicht das Ergebnis der Wahl Michael Ludwigs zum Parteivorsitzenden das große Gesprächsthema. Es ist nun vor allem die umstrittene Aussage eines Bezirksvorstehers, die für Aufregung sorgt.

Ernst Nevrivy, SPÖ-Bezirksvorsteher in der Donaustadt, ließ im Zuge seines Redebeitrags über Mobilität am Landesparteitag der Wiener SPÖ am Samstag die Wogen hochgehen: Zu Anträgen der Jungen Generation (der Jugendorganisation der SPÖ) und dem Bezirk Alsergrund, welche sich gegen den Lobautunnel sowie die Stadtstraße stellten, meinte er: "Hier geht es bei den beiden Anträgen darum, zu zeigen, ob wir als Sozialdemokraten in dieser Frage geschlossen sind, ob wir hinter der Stadtregierung stehen, die die Entscheidung getroffen hat und ob wir hinter unserem Bürgermeister stehen, der wochen- und monatelang von den Grünen und den ganzen anderen Heisln beleidigt und beschuldigt wird."

Erste Reaktionen im Publikum am Parteitag waren Lacher und teilweise heftiger Beifall - auch von Bürgermeister Michael Ludwig. Vor allem die Jungen in der Stadtpartei zeigen sich nun aber weniger belustigt: Sowohl der Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich (VSStÖ) als auch die Junge Generation kritisieren den Sager als "Spott und Hohn" und als eine Beschimpfung der Wahlbevölkerung.

"Wenn die Aktivistinnen da am Podium als Heisln beschimpft werden, und es dafür auch noch Applaus gibt: Das ist nicht die Sozialdemokratie, wie ich sie mir vorstelle.“, so Stefanie Berger, Wiener Vorsitzende des VSStÖ, in Anbetracht der parallel stattfindenden Klima-Kundgebung in der Stadt. 

Auch Akim Hadrany von der SPÖ Alsergrund meinte: „Die Menschen, die da draußen protestieren, (sind) nicht unsere Feinde, erst recht keine Heisln, sondern eventuell unsere zukünftigen Wählerinnen. Sie stehen alle da draußen, weil die SPÖ die letzte Hoffnungsträgerin ist, die sie haben.“ 

Auf Anfrage des ORF Sendung "Wien heute" gab es keine Stellungnahmen aus der Bezirksvorstehung Donaustadt sowie von Seiten der SPÖ in der Donaustadt.

Quelle: Redaktion / foj