Spesen-Causa: Strache schlägt verbal um sich und gegen Kickl
In seiner Stellungnahme zur laufenden Causa relativiert Strache die Vorwürfe gegen ihn und bestreitet strafbare Handlungen. Zudem wirft er anderen FPÖ-Funktionären problematische Spesen- oder Vorteilspraktiken vor: Eine von der Partei gekaufte Camping-Ausrüstung sei etwa Teil eines "parteilichen Teambuildingseminars" gewesen, bei dem auch Kickl gewesen sei. Auch den Besitz einer teuren Armbanduhr rechtfertigte Strache, diese sei ein Geschenk seiner Partei zu seinem 40. Geburtstag gewesen. Kickl etwa hätte zu einem Anlass eine Berg-Ausrüstung bekommen.
Auch Kickls Arbeitsbilanz zerpflückte Strache. Kickl hätte als damaliger Generalsekretär deutlich weniger gearbeitet als er selbst und habe dafür ein Monatssalär "netto über EUR 10.000,00 plus Spesen" erhalten. Dabei sei "dessen Arbeitspensum nicht einmal annähernd mit jenem von Heinz-Christian Strache vergleichbar" gewesen, lautet der Vorwurf in dem Schreiben und: "Der Arbeitstag des Generalsekretärs endete oft zwischen 16.00 und 18.00 Uhr" - während Strache in Wahlkampfzeiten seinen Einsatz auf Abend- und Wochenendveranstaltungen fortgesetzt habe.
Die ÖVP nahm den Rundumschlag als willkommenen Anlass, gegen den derzeitigen FPÖ-Obmann zu wettern. "Außer Spesen nichts gewesen - das ist die Leistungsbilanz des Herbert Kickl", schrieb Generalsekretär Nico Marchetti. Das "sich öffentlich entfaltende Psychogramm" Kickls nehme "immer unbequemere Formen an". Auch die SPÖ befand die Aussagen für absolut glaubwürdig: "Strache bestätigt damit, was wir schon längst wissen. Herbert Kickl kann nichts außer hetzen und spalten. Er ist nicht nur feige, sondern auch noch faul", meinte Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim via Aussendung.
Zusammenfassung
- Heinz-Christian Strache weist in der Spesen-Causa die Vorwürfe zurück und beschuldigt seinerseits FPÖ-Chef Herbert Kickl eines fragwürdigen Umgangs mit Parteigeldern sowie mangelnder Arbeitsmoral.
- Strache nennt als Beispiele eine von der Partei gekaufte Camping-Ausrüstung für ein Teambuilding-Seminar und eine teure Armbanduhr, die ihm zum 40. Geburtstag geschenkt wurde, während Kickl eine Berg-Ausrüstung erhielt.
- Laut Strache erhielt Kickl als Generalsekretär ein Nettogehalt von über 10.000 Euro pro Monat plus Spesen, habe aber deutlich weniger gearbeitet und seinen Arbeitstag oft schon zwischen 16.00 und 18.00 Uhr beendet.
