APA - Austria Presse Agentur

Söder kritisiert Impfstoff-Strategie der EU

03. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist mit der Impfstoff-Strategie der EU nicht zufrieden. Sie habe bei der Beschaffung auf den falschen Hersteller gesetzt.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht Versäumnisse der Europäischen Union (EU) bei der Beschaffung des Corona-Impfstoffes. Die EU habe zu wenig Impfstoff bestellt und auf den falschen Hersteller gesetzt, kritisiert Söder im Interview mit der "Bild am Sonntag". Er will die Corona-Impfkampagne beschleunigen, indem das Vakzin "in Lizenz bei anderen Firmen in Deutschland" hergestellt wird.

Die Corona-Impfungen hatten in Deutschland am 27. Dezember offiziell begonnen. Nach jüngsten Abgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden inzwischen 188.553 Menschen einmal geimpft.

Söder für Lockdown-Verlängerung

Söder forderte darüber hinaus eine Ausweitung des Lockdowns in Deutschland um drei Wochen. "Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden", sagte er. "Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch. Dabei sind die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar." Dies könne man erst Mitte Jänner genau beurteilen.

Röttgen weist Söder-Kritik zurück

Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen wies die Kritik am schleppenden Start der Impfkampagne in Deutschland zurück. Er finde es richtig, "dass die deutsche Politik einem Impf-Nationalismus eine klare Absage erteilt hat", sagte Röttgen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Er sei davon überzeugt, dass die Produktionskapazitäten ausgeweitet und neue Impfstoffe hinzukommen würden und gehe davon aus, "dass wir im Sommer einen hohen Impfgrad von 60 Prozent oder mehr in Deutschland erreichen werden."

Quelle: Agenturen / apb