APA - Austria Presse Agentur

Slowakei und Slowenien lockern Einreisebeschränkungen

Mai 26, 2020 · Lesedauer 3 min

Die Slowakei lockert ihre Einreisebeschränkungen. Slowaken, die ins Ausland reisen und innerhalb von 48 Stunden zurückkehren, brauchen ab Mittwoch keinen negativen Covid-19-Test mehr und müssen auch nicht in Quarantäne. Slowenien lockerte ebenfalls die Einreisebeschränkungen für Bürger aus EU- und Schengen-Staaten.

Die neue Regelung in der Slowakei gilt für acht Länder - darunter auch für Österreich, wie der slowakische Regierungschef Igor Matovic laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR am Montag sagte. Bisher galt, dass Personen mit Wohnsitz in der Slowakei für maximal 24 Stunden in eins von acht Ländern fahren dürfen, ohne nach der Rückkehr in Quarantäne zu müssen oder einen negativen Covid-19-Test vorzuweisen. Neben Österreich betrifft dies auch Tschechien, Ungarn, Polen, Kroatien, Slowenien, die Schweiz und Deutschland. Die Zeitspanne wird nun auf 48 Stunden ausgeweitet.

Das Ziel der slowakischen Regierung sei es, Reiseabkommen mit den Regierungen aller acht Länder abzuschließen, sodass weder Slowaken noch Bürger der acht Länder bei der Einreise negative Covid-19-Tests vorweisen müssen. Mit manchen der Länder könnte so ein Abkommen innerhalb der nächsten Tage stehen, so Matovic. Österreich, Ungarn, Tschechien und die Slowakei planen eine gemeinsam vollständige Grenzöffnung ab Mitte Juni.

Am Montagabend hatte bereits der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis angekündigt, dass es tschechischen und slowakischen Bürgern ab Mittwoch erlaubt ist, ohne Tests und anschließende Quarantäne bis zu 48 Stunden ins jeweilige andere Land zu reisen. Diese Lockerung gilt nun auch für Ungarn.

Ab Dienstag gibt es für Touristen aus EU- und Schengen-Staaten in Slowenien keine Quarantänepflicht, wenn sie eine entsprechende Reservierung vorweisen. Das gleiche gilt auch für Besitzer von Immobilien in Slowenien. Mit der neuen Verordnung, die am Montagabend verabschiedet wurde, hat die slowenische Regierung weitere Ausnahmen von der verpflichtenden 14-tägigen Heimquarantäne festgelegt. Somit gelten für EU- und Schengen-Bürger insgesamt 17 Ausnahmen, die ihnen eine Einreise ohne Auflagen ermöglichen. Für slowenische Staatsbürger sowie Personen mit Wohnsitz in Slowenien gibt es keine Quarantänepflicht.

Tschechien öffnete unterdessen alle seine Flughäfen für Flüge im Schengen-Raum wieder. Bisher durfte in der Corona-Krise nur der Prager Flughafen Flugzeuge aus dem Ausland abfertigen. Jetzt können es auch die Flughäfen in Brno (Brünn), Karlovy Vary (Karlsbad), Ostrava (Mährisch Ostrau), Pardubice (Pardubitz) und der zweite Prager Flughafen im östlichen Stadteil Kbely. Das hat die tschechische Regierung am Montagabend beschlossen.

Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien zeigte sich indes verärgert, weil Österreich seine Einreisebeschränkungen gegenüber Italien aufrechterhält. "Es ist offenkundig, dass die Coronavirus-Epidemie genutzt wird, um Tourismusdumping zu betreiben", klagte Friauls Präsident Massimiliano Fedriga im Interview mit RAI Radio 1 am Dienstag. "Wenn man die Zahlen betrachtet, sieht man, dass in Deutschland die Zahl der Infizierten jener in Italien sehr ähnlich ist. Ich begreife nicht, warum die österreichische Grenze zu Deutschland und nicht zu Italien offen ist. Es ist klar, dass die Epidemie instrumentalisiert wird", protestierte der Spitzenpolitiker der rechten Lega.

Der friulanische Präsident kritisierte, dass somit jegliche "europäische Regel" zerstört werde. "Die sogenannten 'Sparsamen Vier', die die EU-Verträge strikt einhalten wollen, sind in Wahrheit die ersten, die diese missachten und zwar mit einer absolut gefährlichen Politik", sagte Fedriga. Er rief die Regierung in Rom zu Gegenmaßnahmen zur Rettung des italienischen Tourismus auf.

Quelle: Agenturen