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Silvesterkrawallen: Berliner Regierungschefin spricht von "Zäsur"

06. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Nach den gewalttätigen Angriffen auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht in Berlin hat die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) von einer "Zäsur" gesprochen.

Das Ende der Geduld sei überschritten, sagte Giffey am Freitag beim Besuch einer Feuerwache. Die Krawalle hätten einen "Werteverfall" und eine "Respektlosigkeit" offenbart, mit der Einsatzkräfte auch an allen anderen Tagen des Jahres konfrontiert seien.

Silvester die "Spitze eines Eisbergs"

Wenn gestandene Feuerwehrleute und Polizisten sagten, so etwas hätten sie noch nie erlebt, "dann haben wir eine Zäsur". Krawalle in der Silvesternacht habe es jedoch nicht nur in Berlin, sondern deutschlandweit gegeben, betonte Giffey. In der deutschen Hauptstadt seien sie jedoch "mit besonderer Intensität zum Vorschein gekommen". Silvester sei die "Spitze eines Eisbergs" gewesen, sagte Giffey und kündigte eine "konsequente Strafverfolgung" an.

Mit den betroffenen Jugendlichen müsse künftig entschiedener umgegangen werden. Dass sich einige Jugendliche nicht mehr der Gesellschaft zugehörig fühlten, sei "ernst zu nehmen". Giffey sprach sich zudem für zusätzliche Investitionen und zusätzliche Ausstattung für Einsatzkräfte aus.

Faeser fordert konsequente Strafverfolgung

Auch die deutsche Innenministerin Nancy Faeser (SPD) forderte bei dem Termin eine konsequente Strafverfolgung der Täter. "Das ist wirklich eine neue Qualität, es ist eine neue Art der widerlichen Kriminalität, die wir unterbinden müssen", sagte sie.

Dazu sei auch eine Verschärfung des Waffenrechts nötig - etwa im Umgang mit Schreckschusswaffen, die in der Silvesternacht benutzt worden waren. Diese dürften nicht mehr ohne Erlaubnis erworben werden, sagte Faeser.

Laut dem Berliner Landesbranddirektor Karsten Homrighausen gab es bei den Silvesterkrawallen über 50 Angriffe auf Angehörige von Feuerwehr und Rettungsdienst. 15 Einsatzkräfte wurden verletzt, inklusive der Polizei war bisher von 33 Verletzten die Rede.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz