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Serbisch-kosovarisches Spitzentreffen in Brüssel geplant

05. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic und Kosovos Regierungschef Albin Kurti haben eine Einladung des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell zu einem Treffen am 18. August in Brüssel angenommen.

Ziel sei es, die gegenseitigen Beziehungen zu befrieden, teilte Borrrells Sprecher Peter Stano am Freitag mit. An dem Treffen werde auch der EU-Sonderbeauftragte Miroslav Lajcak teilnehmen, um den weiteren Weg im Rahmen des Belgrader Pristina-Dialogs zu besprechen, sagte Stano.

In der südosteuropäischen Region kommt es immer wieder zu Spannungen. Sie hatten sich zuletzt verschärft, nachdem Pristina Menschen mit serbischem Personalausweis bei der Einreise in den Kosovo eine befristete Aufenthaltsgenehmigung auferlegen und Kosovo-Serben zwingen wollte, ihre Autokennzeichen durch solche der Republik Kosovo zu ersetzen.

KFOR würde eingreifen

Die Nato-geführte KFOR-Schutztruppe hatte deutlich gemacht, dass sie "eingreifen" würde, falls im Kosovo "die Stabilität aufs Spiel gesetzt wird". Auf Druck des Westens verschob Pristina die Umsetzung der Grenzregelung bis zum 1. September.

"Es wird nicht zu Kampfhandlungen kommen"

Sebastian Schäffer, Geschäftsführer des Instituts für Donauraum und Mitteleuropa (IDM), schätzt den Kosovo-Serbien-Konflikt ein.

Die Ursache des Streits liegt in der ungeklärten Grenzfrage: Das Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig von Serbien erklärt, die Regierung in Belgrad sieht es aber weiter als abtrünnige Provinz an. Die serbische Bevölkerung im Norden des Kosovo ist großteils weiterhin loyal zur Regierung in Belgrad, von der sie großzügig finanziell unterstützt wird.

Weltweit erkennen rund hundert Staaten das Kosovo inzwischen an, darunter die meisten EU-Staaten und die USA. Serbiens Verbündete China und Russland weigern sich hingegen.

Serbien und Kosovo streben den Beitritt zur EU an. Serbien hat den Kandidatenstatus erhalten und verhandelt seit 2014. Das Kosovo ist "potenzieller Kandidat"

Quelle: Agenturen / koa