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Selenskyj: Putin will den Krieg nicht beenden

Heute, 20:27 · Lesedauer 2 min

In den USA hat eine ukrainische Unterhändlergruppe an zwei Tagen mit US-Vertretern über Wege zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gesprochen. "Insgesamt bleibt die Lage recht klar: (Der russische Präsident Wladimir) Putin will den Krieg nicht beenden. Aber entscheidend ist, was die Welt will", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Telefonat mit den Unterhändlern in einer Videobotschaft.

Nach der Rückkehr der ukrainischen Gruppe werde diese einen detaillierteren Bericht erstatten. "Es gibt Signale, dass die Gefangenenaustausche fortgesetzt werden", sagte Selenskyj. Ihm zufolge wäre das bereits eine Bestätigung für funktionierende Diplomatie.

Die ukrainische Gruppe wurde in Florida wieder vom Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, geleitet. Ihr gehören auch Selenskyjs Kanzleichef, Kyrylo Budanow, der Fraktionschef der Präsidentenpartei im Parlament, David Arachamija, und Vizeaußenminister Serhij Kyslyzja an. Von US-Seite waren der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kusher, sowie Regierungsberater Josh Gruenbaum beteiligt.

Armeeoberbefehlshaber Olexander Syrskyj und Generalstabschef Andrij Hnat erstatteten Selenskyj zudem einen Bericht über die Lage an der Front. "An einigen Abschnitten sind die Russen in diesen Tagen spürbar aktiver geworden", konstatierte der Staatschef. Aufgrund des besseren Wetters sei die Zahl der teils durch gepanzerte Technik unterstützten Sturmangriffe größer geworden. "Unsere Drohnen funktionieren gut und unsere Armee steht fest", sagte Selenskyj. Im Gegensatz dazu erleidet die russische Seite seinen Angaben nach erhebliche Verluste.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Washington drängt Moskau und Kiew seit längerem zu einem Friedensschluss.

Zusammenfassung
  • Eine ukrainische Delegation unter Leitung von Rustem Umjerow hat in den USA an zwei Tagen mit Vertretern, darunter Jared Kushner und Steve Witkoff, über Wege zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gesprochen.
  • Präsident Selenskyj betont nach einem Telefonat mit den Unterhändlern, dass "Putin den Krieg nicht beenden will", sieht aber Fortschritte bei möglichen Gefangenenaustauschen als Zeichen funktionierender Diplomatie.
  • Armeechef Syrskyj und Generalstabschef Hnat berichten von erhöhter russischer Aktivität an der Front, während die ukrainische Armee laut Selenskyj standhaft bleibt und die russische Seite erhebliche Verluste erleidet.