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Selenskyj: Keine Probleme für Expertenmission zum AKW

18. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht keine Sicherheitsprobleme für eine Reise internationaler Experten zum von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. Darüber habe er in Lwiw mit UNO-Generalsekretär António Guterres gesprochen, berichtete Selenskyj am Donnerstagabend in seiner üblichen Videoansprache. Er sehe keine "objektiven Hindernisse" für die Spezialisten der Internationalen Atom-Energiebehörde, zum Kraftwerk zu gelangen.

Die Reise werde "sehr schnell und insgesamt sicher auf legalem Weg durch das freie Territorium unseres Staates zur Station" führen. "Und das ist der einzige Weg", sagte Selenskyj. Wer wie Russland nukleare Erpressung organisiere, könne nicht Organisator der Reise sein.

Russische Truppen müssten das größte AKW Europas sofort und bedingungslos räumen, forderte Selenskyj erneut. "Die Welt hat die Macht, dies durchzusetzen." Sonst könne man alle internationalen Rechtsakte zur Atom- und Strahlensicherheit vergessen. "Russland zerstört diese internationale Ordnung."

Russische Truppen halten das AKW mit sechs Reaktoren seit Anfang März besetzt. In den letzten Tagen ist das Werk immer wieder beschossen worden, wofür Russen und Ukrainer sich gegenseitig verantwortlich machen. Beide Seiten bezichtigten einander am Donnerstag auch, am Freitag einen Anschlag in dem AKW zu planen. Russland fordert eine Anreise der Experten über sein Gebiet.

Selenskyj rief nach eigenen Angaben Guterres und den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan auch auf, energisch gegen mögliche Pseudo-Referenden in den russisch besetzten Gebieten zu protestieren. Die Besatzungsverwaltungen in den einzelnen Regionen bereiten angeblich Volksabstimmungen vor über einen Anschluss an Russland vor.

Quelle: Agenturen