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Schwere Kämpfe im Osten der Ukraine

03. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Den ukrainischen Behörden zufolge kommt es derzeit zu schweren Kämpfen im Osten des Landes. Die Russen hätten Zeit gehabt, sich auf die Angriffe der ukrainischen Soldaten vorzubereiten, gab Serhij Hajdaj, der Gouverneur der Region Luhansk, am Samstag an. Moskau hatte die ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vor kurzem für annektiert erklärt.

Nach Angaben der ukrainischen Präsidentschaft ist die Situation auch nahe der Stadt Bachmut "schwierig". Russland versucht bereits seit dem Sommer, die Stadt in der Region Donezk einzunehmen. Nachdem Moskau mehrere Niederlagen hinnehmen musste, darunter den Rückzug aus Charkiw (Nord-Osten) im September und Cherson (Süden) im November, wäre die Eroberung der Stadt ein bedeutender Sieg für Russland.

Britische Militärexperten halten den Kampf um Bachmut für unverhältnismäßig aufwendig. Der Vorteil durch eine Eroberung der Stadt mit etwa 70.000 Einwohnerin stehe nicht im Verhältnis zu dem Preis, den Moskau dafür zahle, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London am Samstag. Obwohl die Einnahme Bachmuts Russland die Gelegenheit verschaffen würde, größere urbane Zentren wie die Städte Kramatorsk und Slowjansk zu bedrohen, wäre sie nur von "eingeschränktem operationellem Wert", so die Einschätzung der Briten weiter.

Auch in Cherson sehen sich Kiews Soldaten in einer schwierigen Lage. "Die Russen haben Cherson bombardiert", teilte die ukrainische Präsidentschaft am Samstagmorgen mit. Dabei seien die Stromnetze beschädigt worden.

Die ukrainische Behörden riefen die Bevölkerung zum "Durchhalten" angesichts weiterer zu erwartender Stromabschaltungen auf. Ab Montag werde er den Betreiber Oblenergo dazu anhalten, seine Pläne für die Region zu überarbeiten, erklärte Vitali Kim, Gouverneur der Region Mykolajiw im Süden der Ukraine, im Onlinedienst Telegram. "Es wird sehr wahrscheinlich Abschaltungen von vier Stunden geben."

Der Gouverneur begründete dies mit einem steigenden Stromverbrauch, der längere Unterbrechungen der Versorgung notwendig mache, um das regionale Stromnetz zu entlasten. "Wir müssen durchhalten", appellierte er an die Menschen der Region. Seit Oktober hat Russland die ukrainischen Energieeinrichtungen massiv angegriffen und starke Schäden verursacht. In der Folge gab es massenhafte Stromausfälle im Land.

Quelle: Agenturen