Schulstart in Wien ohne positive Lehrer und Corona-Tests

25. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

In Wien beginnt am 5. September wieder die Schule. Zum Schulstart verspricht Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) einige Neuerungen. Dabei betont Wiederkehr, wie wichtig ein "Pandemiemanagement mit Hausverstand" sei.

Am 5. September kehren in Ostösterreich die Schüler:innen in die Klasse zurück. Kein Comeback gibt es diesen Herbst für die PCR-Testpflicht an den Wiener Schulen, versichert Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS). Es bleibe allerdings die Möglichkeit bestehen, sich freiwillig mit dem Wiener Testsystem vor der Schule testen zu lassen. Man gebe damit Normalität auch den Kindern zurück, freute sich der Stadtrat beim Pressetermin in einem neu errichteten Schultrakt in der Donaustadt.

Sollte das Infektionsgeschehen intensiver werden, könnten verpflichtende Tests wieder vorgeschrieben werden. Abhängig ist dies von der entsprechenden Stufe des Corona-Variantenmanagementplan des Gesundheitsministeriums. Aktuell laufe auch eine Ausschreibung des Bundes über die Durchführung, betonte Wiederkehr, der sich allerdings skeptisch zeigte: "Ich habe große Sorge, ob diese erfolgreich abgewickelt wird. Die letzte Ausschreibung war ja nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte." Das Bundesverwaltungsgericht hatte damals Verstöße gegen die Vergaberichtlinien geortet.

Keine corona-positiven Lehrer in Klasse

Generell brauche es aber ein "Pandemiemanagement mit Hausverstand", betont Wiederkehr und spricht damit die Quarantäne-Lockerung des Bundes an. In Wien werde es daher auch weiterhin keine positiv-getesteten Lehrer:innen in den Schulen geben, versichert der Bildungsstadtrat. "Das ist ein viel zu hohes Infektionsrisiko", begründete der Ressortchef die Entscheidung. Auch nicht-pädagogisches Personal in den Schulen muss bei einer Infektion diesen fernbleiben. Gemäß der Vorgaben des Bundes wäre es prinzipiell auch für infizierte Personen möglich, in die Schule zu kommen - wenn durchgehend eine Maske getragen wird.

219 Millionen zum Ausbau der Infrastruktur

Generell wurde heute auf die Investitionen in die Bildungsinfrastruktur verwiesen. 219 Millionen Euro wurden dafür heuer budgetiert. Mehr als 100 Klassen würden neu errichtet, berichteten Wiederkehr und Bildungsdirektor Heinrich Himmer. Auch auf klimaschonende Energieversorgung werde großer Wert gelegt, wurde beteuert. "Wir investieren ständig Geld, um den Energieaufwand zu senken", hob Wiederkehr hervor. Sollte der Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden im Herbst reduziert werden, sollten die Bildungseinrichtungen aber die letzten sein, die heruntergefahren werden sollten, verlangte er.

Als Herausforderung gilt auch die Integration von Kindern aus der Ukraine, die vor dem russischen Angriff auf ihr Land flüchten mussten. 4.000 von ihnen wurden bereits im Schulsystem untergebracht. Für die Bewältigung der Aufgaben fordert Wien allerdings zusätzliche Lehrerkontingente vom Bund.

Kindergärten bekommen PCR-Lutschertests

Wien baut ab kommender Woche auch das Angebot für freiwillige Coronatests in den Kindergärten aus, wurde am Freitag im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ein Bericht von ORF Wien bestätigt. Die rund 1.600 städtischen und privaten Kindergärten erhalten PCR-Lutschertests für jene Kinder, die noch keine PCR-Gurgeltests nutzen können. Die Tests können freiwillig daheim von den Eltern durchgeführt und an einem vorgegebenen Tag im Kindergarten abgegeben werden.

Die PCR-Lutschertests wurden ab April 2021 in fünf Wiener Kindergärten erprobt. Die darauf folgende Pilotphase an 200 Standorten hat schließlich länger als geplant gedauert, auch weil es zunächst keine für die Serienreife notwendigen positiven Tests gab. Anfang des Jahres hatte die Stadt die Kindergärten bereits ebenso wie Sonderschulen mit Trichtern ausgestattet, damit mehr jüngere oder beeinträchtigte Kinder Gurgeltests nutzen können.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz