Warum die Tiroler Mutante so gefährlich ist

23. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Die Fluchtmutante B1.1.7 +E484K breitet sich in Tirol aus und gilt als Bedrohung für die anstehenden Öffnungsschritte. Molekularbiologe und Science Buster Martin Moder erklärt, was es damit auf sich hat und warum eine einmalige Impfung nicht reicht.

Molekularbiologe und Science Buster Martin Moder erklärt bei PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi, dass Immunität rund zwei Wochen nach der ersten Impfung einsetze. Bei RNA-Impfstoffen passiert das schon ein bisschen früher, "vielleicht so ab Tag 12, 13", bei den Vektorimpfstoffen (AstraZeneca, Sputnik V) dauere es zirka drei Wochen. Den vollen Impfschutz gebe es allerdings erst nach der zweiten Impfung. Es komme zu einer "Nachreifung" der Antikörper. Man könne auch davon ausgehen, dass der Impfschutz länger anhalte. Nur ein mal zu Impfen, sei "sicher nicht zielführend". Dann käme man sicher in die Situation bald nachimpfen zu müssen. 

B1.1.7 +E484K: Die Fluchtmutante erklärt

In Tirol breitet sich zurzeit die Fluchtmutante B1.1.7 +E484K aus. Es ist eine Variation der bei uns dominanten britischen Mutante B1.1.7, die ansteckender ist als das herkömmliche Virus und mit großer Wahrscheinlichkeit zu schwereren Verläufen führt. E484K ist die Fluchtmutation, die es dem Virus erlaubt, dem bereits aufgebauten Immunschutz zu entkommen, weil die gebildeten Antikörper die Mutation nicht mehr erkennen würden, so Moder. Das Problem sei, dass die Kombination einzelner Mutationen "oft andere Effekte hat als die Summe der Einzelmutationen".

Noch ansteckender, noch schwerere Verläufe

Die AGES hätte laut Moder bereits durchklingen lassen, dass die Kombination aus B1.1.7 und E484K zu noch schwereren Krankheitsverläufen führt und auch noch wieder ansteckender sei. Die Daten dazu würden aber voraussichtlich erst in einigen Wochen veröffentlicht werden. Das wäre aber keinerlei ein Argument, sich nicht impfen zu lassen. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam