APA - Austria Presse Agentur

Schulbetrieb ab 7. Dezember mit Maskenpflicht im Unterricht

14. Nov 2020 · Lesedauer 3 min

Nach der geplanten Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht am 7. Dezember wird der Schulbetrieb anders ablaufen als bisher. "Wir werden anders fortsetzen als wir aufgehört haben, aber wir werden fortsetzen", so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Samstagabend. So werde es für Schüler ab zehn Jahren eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben, schulautonom soll Schichtbetrieb möglich sein. An den Schulen wird es ab Dienstag Betreuung und Lernbegleitung geben.

Diese kann (auch stundenweise) von allen Schülern in Anspruch genommen werden, ohne Einschränkung auf Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen. Gerade jene Kinder, die daheim nicht über die nötige Infrastruktur oder Elternunterstützung verfügen, sollten an die Schulen kommen, so Faßmann. Er rechnet dabei mit mehr Kindern als im Frühjahr - vermutlich würde dies eine "zweistellige Prozentzahl im niedrigen Bereich" sein.

Auch an den Kindergärten gibt es keine Einschränkung für die Inanspruchnahme der Betreuung. Die Entscheidung darüber würden die einzelnen Haushalte treffen, so Faßmann. Aufgehoben wird allerdings die Kindergartenpflicht für das letzte Kindergartenjahr.

Im Distance Learning sollen die Schüler "nicht mit neuen Aufgaben überhäuft werden", appellierte Faßmann an die Lehrer. Der Schwerpunkt solle in den kommenden drei Wochen auf der Vertiefung des bereits Gelernten liegen. "Neuer Stoff soll nur in Maßen vermittelt werden." Auch nach der Rückkehr zum Präsenzunterricht soll es nicht zu viele Schularbeiten und Tests geben. "Eine sichere Leistungsbeurteilung kann auch etwa durch die Bewertung der Mitarbeit erfolgen."

Nach den Schultagen im Distance Learning sei man sich sicher, dass die Infektionszahlen gesunken sind, betonte Faßmann. Ihm sei es daher wichtig gewesen, den 7. Dezember als konkretes Wiedereröffnungsdatum zu nennen - auch wenn es sich dabei um einen Fenstertag handelt. "Einen Schwebezustand wie im Frühjahr möchte ich vermeiden."

Faßmann ist auch davon überzeugt, dass das Distance Learning diesmal besser funktionieren wird. Die technischen Voraussetzungen seien besser geworden, Lernplattformen Teil des Schulalltags. Neben den bisher ausgegebenen rund 11.000 Laptops und Tablets will das Bildungsministerium noch zusätzliche Geräte anschaffen. Genutzt werden sollen etwa das Portal Digitale Schule (PoDS), das Serviceportal Distance Learning, Digi4school oder die Online-Eduthek des Bildungsministeriums und das von ihm betriebene Portal Edutube.

Auf Versäumnisse bei der Teststrategie an den Schulen wollte sich Faßmann nicht festlegen. So seien etwa die Antigen-Tests, mit denen Infektionen ab einer bestimmten Viruslast schnell erkannt werden können, erst seit kurzem am Markt. "Selbstkritisch, aber auch medienkritisch" müsse man aber auch festhalten, dass die Infektionszahlen erst in den vergangenen beiden Wochen dramatisch gestiegen seien - das habe man schwer vorhersehen können.

An den Hochschulen soll jetzt noch stärker auf Fernlehre gesetzt werden. "Normale" Lehrveranstaltungen würden im Distance Learning stattfinden, Laborlehre oder künstlerischer Unterricht sei allerdings weiter unter strengen Hygienebedingungen vor Ort möglich.

Quelle: Agenturen