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Schönborn ruft zu Weihnachten zu gelebter Nächstenliebe auf

24. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Religionsvertreter haben zu Weihnachten den Wert der Nächstenliebe in den Mittelpunkt ihrer Botschaften gestellte. In der 50. ORF-Jubiläumssendung "Licht ins Dunkel" betonte der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn, dass jeder etwas zur Linderung der Krisen beitragen könne.

Weihnachten sei gegen alle Schwierigkeiten mit Krieg und Teuerung "das Fest des Trotzdem". Die Botschaft laute: "Ihr seid nicht allein", "Gott ist mit uns." Fürchten löse das Problem nicht, gelebte Nächstenliebe könne jeder von uns leisten, betonte der Kardinal. Man dürfe sich nicht darauf ausreden, dass man alleine nichts ändern könne: "Viele kleine Änderungen machen eine große Änderung", rief Schönborn zu konkreter und gelebter Nächstenliebe auf.

Für Caritas-Präsident Michael Landau steht "nichts weniger als der soziale Zusammenhalt auf dem Spiel." Armut und Not seien nicht nur für die Betroffenen dramatisch, sondern immer auch eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft, betonte Landau in einem Weihnachtspodcast. Als solidarische Gesellschaft werde man auch die aktuellen Krisen bewältigen, zeigte sich der Caritas-Präsident zuversichtlich. "Gerade die Weihnachtszeit erinnert uns Jahr für Jahr, dass wir uns auf das Miteinander besinnen sollen. Wir müssen in diesen Krisenzeiten noch einmal mehr aufeinander schauen." Es komme auf jede und jeden Einzelnen an. "Hilfe von Mensch zu Mensch. Darum geht es. Und da kann jede und jeder Einzelne von uns einen Unterschied machen."

Die Nächstenliebe stellte auch Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in den Mittelpunkt der Weihnachtsbotschaft. Gelebte Nächstenliebe sei anspruchsvoll, aber auch sehr realistisch, sagte Moser, in der "Licht ins Dunkel" -Sendung. Nächstenliebe reagiere auf die Not, und dies passe gut zum Weihnachtsevangelium.

Auch wenn die Muslime Weihnachten nicht feiern, hat für den Imam der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Senad Kusur, das Weihnachtsfest "den Zauber, Menschen zusammen zu bringen", wie auch er bei "Licht ins Dunkel" erklärte. Der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, betonte, dass das Zusammenwirken der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Österreich besonders gut funktioniere. Das sei auch ein Vorbild für die Gesellschaft. Auch der griechisch-orthodoxe Erzpriester Nikolaus Rappert, verwies auf die gemeinsamen Veranstaltungen aller Religionsgemeinschaften und betonte, dass der Friede bei Kleinigkeiten im Alltag bei jedem beginne. Für Zusammenhalt und Solidarität appellierte auch Oberrabbiner Jaron Engelmayer in einem aufgezeichneten Statement, weil er am jüdischen Ruhetag Sabbat nicht im Studio sein konnte.

Quelle: Agenturen