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Russland sieht US-Einfluss auf ukrainische Regierung

19. März 2022 · Lesedauer 2 min

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat den USA vorgeworfen, im Ukraine-Krieg die Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew zu erschweren.

"Als (der ukrainische Präsident Wolodymyr) Selenskyj Verhandlungen vorschlug, stimmte unser Präsident zu, die Verhandlungen sind im Gange", sagte Lawrow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Russland hatte das Nachbarland Ukraine am 24. Februar überfallen. Kurz darauf begannen Delegationen beider Länder mit Verhandlungen.

Moskau erneuert Forderungen 

"Ein Teil des Dialogs hat sich verbessert, obwohl man ständig das Gefühl hat, dass die ukrainische Delegation an der Hand gehalten wird, höchstwahrscheinlich von den Amerikanern, und es ihnen nicht erlaubt wird, den Forderungen zuzustimmen, die meiner Meinung nach absolut minimal sind", so Lawrow. Moskau fordert etwa einen Verzicht der Ukraine auf einen NATO-Beitritt und eine Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Gebiet. Kiew will eine Waffenruhe, den Abzug russischer Truppen sowie Sicherheitsgarantien.

Spannung mit Westen stärkt Beziehung zu China

Lawrow erklärte außerdem, dass die zunehmenden Spannungen mit dem Westen Russlands Beziehungen zu China stärken würden. Über mögliche zukünftige Kooperationen mit dem Westen sagte er: "Natürlich sind wir weiterhin offen für die Zusammenarbeit mit allen Ländern, auch mit westlichen, obwohl wir unter den Umständen, wie der Westen sich verhalten hat, keine Initiativen entwickeln werden." Die Initiative müsse dann vom Westen ausgehen.

Britische Außenministerin "skeptisch"

Die britische Außenministerin Liz Truss fürchtet, Moskau könnte Friedensgespräche als Ablenkungsmanöver für eine militärische Neuordnung nutzen. "Ich bin sehr skeptisch", so Truss in einem "Times"-Interview und fügte hinzu: "Was wir bisher gesehen haben, ist ein Versuch der Russen, Zeit für eine Reorganisation zu gewinnen." Es gebe keine Anzeichen für einen Abzug russischer Truppen oder ernsthafte Vorschläge auf dem Verhandlungstisch. Moskau habe wieder und wieder gelogen, betonte Truss weiter. Kiew habe aber selbstverständlich das Recht, Gespräche mit Russland zu führen.

Quelle: Agenturen