APA - Austria Presse Agentur

Russland schickt Flugzeug mit medizinischen Gütern in USA

Apr 01, 2020 · Lesedauer 2 min

Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat die russische Regierung ein Militärflugzeug mit medizinischen Gütern in die USA gesendet. Die Antonow-124 "mit Masken und medizinischer Ausrüstung an Bord" sei in der Nacht in die USA aufgebrochen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Mittwoch.

Ein vom Ministerium veröffentlichtes Video zeigte das mit Kisten beladene Frachtflugzeug während der Startvorbereitungen auf einem Militärflugplatz in der Nähe von Moskau. In den USA gibt es inzwischen mehr als 188.500 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Mehr als 4.000 Menschen starben an der Lungenkrankheit Covid-19.

Am Dienstag hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow deutlich gemacht, Präsident Wladimir Putin erwarte, dass die USA die Geste erwidern würden, wenn Russland eine ähnliche Krise erlebe und die US-Hersteller ihre Kapazitäten zur Produktion medizinischer Güter erhöht hätten.

"Heute, wo die Situation absolut jeden berührt und von globaler Natur ist, gibt es keine Alternative zu einem gemeinsamen Handeln im Geiste der Partnerschaft und der gegenseitigen Hilfe", sagte Peskow. Am Mittwoch meldeten die russischen Gesundheitsbehörden einen starken Anstieg der Neuinfektionen. 2.337 Menschen haben sich demnach in Russland mit dem Coronavirus angesteckt, 17 Menschen starben.

Derweil beklagt die EU in der Corona-Krise die gezielte Verbreitung von Falschnachrichten sowie die Instrumentalisierung der Krise für politische Zwecke. Besonders Russland und China würden die Pandemie im eigenen Interesse instrumentalisieren, "oft durch direktes Infragestellen der Glaubwürdigkeit der Europäischen Union", heißt es in einem Bericht des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) vom Mittwoch.

Russland hatte vor den Lieferungen in die USA bereits medizinische Hilfsgüter und Experten in das besonders von der Corona-Krise betroffene Italien geschickt. Die Berichte über diese Hilfslieferungen fanden EEAS zufolge in Russland und bei Kreml-nahen Auslandsmedien wie RT und Sputnik großen Anklang; zugleich kursierten die Vorwürfe, die EU lasse ihre Verbündeten im Stich.

Quelle: Agenturen