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Russland erhebt Anspruch auf Saporischschja

18. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Russland will das teilweise eroberte Gebiet Saporischschja in der Südostukraine künftig fest an sich binden.

"Ich denke, die Perspektive der Region liegt darin, in unserer einträchtigen russischen Familie zu arbeiten", sagte der russische Vize-Regierungschef Marat Chusnullin laut der Nachrichtenagentur RBK bei einem Besuch in der von Russland besetzten Kleinstadt Melitopol. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst wird nach wie vor von ukrainischen Truppen kontrolliert.

Versorgung mit Baumaterial

Er sei gekommen, um bei der Integration des Gebiets "maximale Hilfe" zu leisten, meinte Chusnullin. Das Gebiet könne bei der Versorgung Russlands mit Baumaterialien helfen, da diese im Land fehlten, so der Regierungsbeamte. Zugleich sagte er, das Anfang März von russischen Truppen eroberte Atomkraftwerk von Saporischschja - das leistungsstärkste in ganz Europa - solle die Ukraine künftig nur mit Strom versorgen, wenn diese dafür bezahle.

Chusnullin hatte schon am Montag bei einem Besuch im westlich von Saporischschja gelegenen Gebiet Cherson Ansprüche auf diese Region erhoben. Der Kreml hingegen hat bisher als Kriegsziel offiziell nur die "Befreiung" der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk ausgegeben. Allerdings hatte ein russischer Befehlshaber vor einigen Wochen Pläne der Moskauer Militärs offengelegt, sich die gesamte Südukraine einzuverleiben - womit Russland etwa eine Landverbindung zur 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hätte.

Angriff auf russischen Zug

Ukrainische Reservisten griffen unterdessen nach eigenen Angaben mit einem Sprengsatz einen gepanzerten russischen Zug in Melitopol an. Er sei direkt unter einem Waggon mit russischen Truppen detoniert, postete die ukrainische Territorialverteidigung auf Facebook. Zum Ausmaß der Schäden werden keine Angaben gemacht. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums liegt nicht vor.

Quelle: Agenturen