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Russischer Soldat gibt in Propaganda-Video Verluste zu

05. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Ein russischer Soldat mit dem Spitznamen "Kannibale" ruft in einem Propaganda-Video auf Telegram und Twitter dazu auf, mehr Männer an die ukrainische Front zu schicken. Wenige Sekunden später verplappert er sich und sagt von seiner Truppe seien nur mehr sieben von 29 Männern übrig.

Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin die Einberufung von 300.000 Reservisten verkündete, fliehen russische Männer zu tausend aus ihrer Heimat, um dem Krieg zu entgehen. Ein russischer Soldat mit dem Rufnamen „Kannibale“ hat in einem Video nun dazu aufgerufen in die Ukraine zu kommen, wie die "Bild" berichtet.

Er versucht gute Miene zum bösen Spiel zu machen und meint trotz Niederlage seien die Jungs "gut drauf". Er richtet sich direkt an die Zuseher:innen und versucht die Russen zum Kommen zu motivieren: "Wir warten auf euch, kommt her". 

Plötzlich gibt er allerdings zu, dass er dringend frische Soldaten brauche: "Seit dem 19. (September, Anm. d. Red.) sind noch sieben Männer übrig geblieben – von 23, die ich hatte". Er hat damit fast 70 Prozent seiner Einheit verloren.

Soldaten die wichtigste Ressource

Mit dieser Verkündung scheint er jedoch das Gegenteil von dem zu erzielen, was sich das Regime mit dem Video erhofft hatte. Zum Schluss meint er zu den potenziellen Rekruten: "Man braucht keine Angst zu haben. Wir werden zusammen siegen". Sie wären die wichtigste Ressource, nicht Artillerie und Panzer, sondern "die Infanterie entscheidet alle Fragen".

In dem Video ist "Kannibale" in einem Waldstück zu sehen und räumt ein, dass er und seine Truppenkollegen sich gerade zurückziehen würden und sie sich alle Sorgen machen: "Unser Zustand ist nicht so gut." Was ihnen zu ihrem Glück fehle, sei ein Gegenangriff auf die Ukraine. "Wir brauchen eine Offensive", sagt der Russe lächelnd in die Kamera. 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz