APA - Austria Presse Agentur

Runder Tisch setzt Ziele im Kampf gegen Alterseinsamkeit

07. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

Ein Runder Tisch aus Regierung, Hilfsorganisationen und Interessensverbänden hat sich am Montag in Wien erste Ziele zur Bekämpfung der Alterseinsamkeit gesetzt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) strebt einen umfassenden "Pakt" an, der Maßnahmen ermöglicht, um während der Coronakrise ein sicheres Umfeld für Pflegeheime und Spitäler zu schaffen. Ein weiterer Runder Tisch findet nächste Woche statt.

Ein Runder Tisch aus Regierung, Hilfsorganisationen und Interessensverbänden hat sich am Montag in Wien erste Ziele zur Bekämpfung der Alterseinsamkeit gesetzt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) strebt einen umfassenden "Pakt" an, der Maßnahmen ermöglicht, um während der Coronakrise ein sicheres Umfeld für Pflegeheime und Spitäler zu schaffen. Ein weiterer Runder Tisch findet nächste Woche statt.

Einerseits werde man kurzfristige Maßnahmen für die Zeit der Pandemie erarbeiten, hieß es nach dem Runden Tisch auf APA-Anfrage aus dem Kanzleramt. Weiters werde ein langfristiger "Pakt" geschlossen, hieß es nach dem mehrstündigen Gespräch. Bis dorthin sollen die kurzfristigen Maßnahmen erarbeitet werden. "Die beste Antwort auf Einsamkeit ist ein Österreich des Zusammenhalts", meinte Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auch nach dem Runden Tisch. Arbeit gegen die Einsamkeit werde ein zentraler Teil der Pflegereform.

Für die Einsetzung eines oder einer Beauftragten der Bundesregierung plädierte Caritas-Präsident Michael Landau. Er forderte ein breites Bündnis aus Bund, Ländern, Gemeinden, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. "Wir müssen das Virus isolieren, und nicht die Menschen", richtete er sich bei den Beratungen an die Regierung, wie der APA danach berichtet wurde. Zudem benötige es eine Enttabuisierung des Themas mit medienwirksamen Kampagnen.

"Dass das Thema Einsamkeit ganzheitlich und breit in den Blick genommen werden muss, ist eine wichtige Lernerfahrung aus der Corona-Krise", hatte auch Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser im Vorfeld des Runden Tisches gesagt. "In der ersten Phase der Corona-Krise lag der Fokus auf virologischen und infektiologischen Betrachtungsweisen. Aber Gesundheit hat auch eine psychische, soziale und spirituelle Dimension."

Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger wiederum forderte Maßnahmen gegen den "Kollaps der Angehörigenpflege". Es brauche eine österreichweite, einheitliche Erhöhung der verrechenbaren Stunden für die mobile Pflege und Betreuung sowie ein kostenloses Coaching für pflegende Angehörige. Fenninger verwies zudem darauf, dass die Preisentwicklung für Schutzkleidung und Hygienemittel in den vergangenen Monaten starken Schwankungen unterworfen waren.

Enttäuscht über den Runden Tisch zeigte sich FPÖ-Obmann Norbert Hofer. "Mehr als Lippenbekenntnisse und schöne Worte von Regierungsseite" hätten die geladenen Vertreter von Caritas, Hilfswerk, Diakonie oder Pensionistenverband nicht zu hören bekommen, resümierte er. "Der Kanzler plädierte zwar für ein stärkeres Bewusstsein, blieb aber konkrete Antworten und Maßnahmen schuldig", befand Hofer.

Quelle: Agenturen