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Robert Kennedy Jr. vergleicht Ungeimpfte mit Anne Frank

25. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Robert Kennedy Jr, der Neffe des legendären US-Präsidenten John F. Kennedy, erntet für Holocaust-relativierende Aussagen Kritik. Ungeimpfte hätten weniger Freiheiten als Anne Frank, sagte er. Sogar seine Frau distanziert sich von ihm.

Ungeimpfte hätten mehr Freiheiten als damals Anne Frank, sagte Robert Kennedy Jr., Neffe von John F. Kennedy und Sohn des früheren US-Justizministers Robert Kennedy, am Sonntag bei einer Demonstration gegen die Corona-Impfung in Washington. Die Rechte der Menschen würden durch die Schutzmaßnahmen der Gesundheitsbehörden verletzt, die Empfehlungen des Chef-Virologen der US-Regierung Anthony Fauci erinnerten an "faschistische" Maßnahmen.

Anne Frank wurde von den Nazis in einem Konzentrationslager ermordet. Von 1942 bis 1945 versteckte sie sich in einem Hinterhaus in Amsterdam. 

Verschwörungsideologe

Robert Kennedy Jr. gilt schon lange als Verschwörungsideologe, zog auch schon mehrmals fragwürdige Vergleiche mit dem Holocaust und geriet schon öfter mit Historikern und Virologen aneinander, weil er energischer Impfgegner ist. 

Kennedy erntete für seine Aussagen heftige Kritik. Die Holocaust-Gedenkstätte in Washington bezeichnete sie als "rücksichtslos" und "empörend". Sogar Kennedys Frau, die Schauspielerin Cheryl Hines, schrieb auf Twitter: "Die Meinungen meines Mannes sind nicht die meinen". 

Kennedys Sprecher übermittelte eine Rechtfertigung, wie die "Washington Post" berichtet: Er habe niemanden mit den Nazis und Hitler verglichen. Kennedy selbst erklärte, er habe auf Anne Franks schreckliche zwei Jahre dauernde Tortur nur dahingehend verwiesen, "dass moderne Überwachungsmöglichkeiten ihre mutige Leistung heutzutage so gut wie unmöglich machen würde".  

Die Auschwitz-Gedenkstätte spricht nach der Aussage Kennedys von einem "moralischen und intellektuellen Verfall".

Quelle: Redaktion / koa