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Habeck: Russische Energie in EU soll "drastisch" sinken

02. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

In der Debatte um ein Öl-Embargo gegen Russland hat der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) alle EU-Länder dazu aufgerufen, ihre Abhängigkeit von russischer Energie möglichst schnell zu reduzieren.

"Die Solidarität mit der Ukraine gebietet es jetzt, die Lieferungen von fossilen Energien aus Russland schnell und drastisch zu reduzieren", sagte Habeck am Rande eines Sondertreffens der für Energie zuständigen EU-Minister am Montag in Brüssel.

Es müsse Rücksicht auf die jeweiligen Abhängigkeiten der Länder genommen werden, aber die Anstrengungen müssten gemeinsam vorangebracht werden. Ungarn, das stark von russischer Energie abhängig ist, hatte gedroht, Sanktionen gegen russische Öl-Lieferungen abzulehnen.

Kohle und Öl in Deutschland 

Habeck sagte zu den Abhängigkeiten, Deutschland habe bei Kohle und Öl große Fortschritte erzielt und sei bei Gas ebenfalls gut dabei. Andere Länder bräuchten mehr Zeit. Trotzdem seien alle Länder gehalten, ihren Beitrag zu leisten und sich nicht auszuruhen sowie nur abzuwarten. Es sei klar, dass die Sanktionen auch einem selbst schaden werden. "Die Wirtschaft, die Verbraucher, die Konsumenten, alle werden einen Beitrag leisten müssen", sagte Habeck.

Insgesamt sei die Herausforderung, unabhängig von der Verbrennung fossiler Energien zu werden. "Die Energieeffizienz, der Ausbau der Erneuerbaren in größerer Geschwindigkeit und die Koordinierung der Energiepolitik in Europa muss schnell und weiter vorangehen", sagte der Wirtschaftsminister.

Gewessler bei Öl-Embargo dabei 

Bei dem Treffen wollten die Ministerinnen und Minister, darunter aus Österreich die grüne Energieministerin Leonore Gewessler, über die Versorgungssicherheit in der EU sprechen, nachdem Russland Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien gestoppt hatte. Am Rande sollte es auch um die EU-Pläne für ein mögliches Öl-Embargo gegen Moskau gehen.

Habeck sagte schon am Vormittag, dass Deutschland für einen solchen Schritt bereit sei. Um den Anforderungen von Ländern wie Ungarn gerecht zu werden, wird unter anderem über Übergangsfristen diskutiert. Gewessler sagte vor Beginn des Treffens in Brüssel: "Österreich ist bereit, ein Öl-Embargo auch konsequent mitzutragen, wenn die Kommission und die Mitgliedstaaten sich dafür entscheiden."Mehr dazu:

Österreich sei hier vorbereitet, versicherte Gewessler. Bereits seit März sei in Österreich kein russisches Öl mehr verarbeitet worden. Ein Gasembargo kam für die Bundesregierung in Wien zuletzt aber keinesfalls in Frage.

 

Quelle: Agenturen