APA - Austria Presse Agentur

Regierungschef von Cote d'Ivoire gestorben

08. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Der amtierende Regierungschef von Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) und Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Oktober, Amadou Gon Coulibaly, ist tot. Nach Angaben eines Regierungssprechers starb der 61-Jährige am Mittwochnachmittag in der Hauptstadt Abidjan, nachdem er zuvor noch an einem Treffen des Ministerrats teilgenommen hatte.

Er war vergangene Woche nach einem zweimonatigen Auslandsaufenthalt zwecks ärztlicher Behandlung wegen eines Herzleidens nach Cote d'Ivoire zurückgekehrt. Der wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Grenzen zum Trotz hatte sich Coulibaly Anfang Mai nach offiziellen Angaben zur "medizinischen Untersuchung" nach Frankreich begeben. Eine Woche nach seiner Ausreise gab die Regierung bekannt, dem Regierungschef sei eine Gefäßstütze eingesetzt worden. 2012 hatte er sich einer Herztransplantation unterzogen. "Ich bin wieder fit", verkündete Coulibaly bei seiner Ankunft in Abidjan vergangene Woche.

Für die Regierungspartei ist der Tod ein schwerer Schlag. "Es gibt keinen Plan B", sagte ein Beobachter der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im Herbst. Die einzige denkbare Option sei eine weitere Kandidatur von Amtsinhaber Alassane Ouattara.

Der 78-jährige Präsident hatte Coulibaly zum Kandidaten für seine Nachfolge ernannt. "Mit dem Tod von Amadou Gon Coulibaly verliert die Elfenbeinküste ein Vorbild für ihre Jugend, ein Beispiel für Kompetenz, Fleiß und Selbstaufopferung", erklärte der Präsident am Mittwoch.

Quelle: Agenturen