APA - Austria Presse Agentur

Regierung und Sozialpartner appellieren an Eigenverantwortung

13. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

Die Regierung wirbt für die Beibehaltung von Home-Office-Regelungen und Sicherheitskonzepten in Betrieben.

"Quer durch Österreich steigen die Ansteckungszahlen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach einem Treffen mit den Sozialpartnern am Sonntag. Österreich erlebe gerade eine zweite Welle. Kurz und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) warben dafür, in den Betrieben wieder mehr auf Homeoffice zu setzen und die Hygienekonzepte zu überarbeiten.

Die meisten Ansteckungen erfolgten aber im privaten Umfeld, sagte Kurz. Es deshalb dringend nötig, die Maßnahmen der Regierung einzuhalten - auch zum Schutz der älteren Menschen und Risikogruppen. Ziel sei es, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Ob es dazu komme, liege an der Situation in den Spitälern. Die Belegungszahlen seien zurzeit noch sehr niedrig, das überrasche aber nicht, da es immer einige Zeit brauche, bis sich die Infektionen in Krankenhausaufenthalten niederschlagen, sagte Kurz. Außerdem seien derzeit vor allem junge Menschen betroffen.

"Hirnlosigkeit Weniger" führe zur "Arbeitslosigkeit Vieler"

Die Sozialpartner, Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl, ÖGB-Chef Wolfgang Katzian und WKÖ-Präsident Harald Mahrer, appellierten ebenfalls an die Eigenverantwortung der Menschen in Österreich. Die Sozialpartner wollen rasch die Rahmenbedingungen definieren, unter denen die Maßnahmen in den Betrieben umgesetzt werden können.

Mahrer sagte: "Der Weg von der Hirnlosigkeit Weniger zur Arbeitslosigkeit Vieler ist ein kurzer". Anderl forderte klarere Regelungen etwa zum Homeoffice, zusätzlich müsse man aber auch die schützen, die nicht ins Homeoffice gehen können, ergänzte Katzian und forderte einmal mehr eine Pause für Maskenträger. Viele Betriebe hätten sehr gute Sicherheitskonzepte, bei manchen gebe es aber noch "Luft nach oben".

"Schau auf dich, schau auf mich" gelte noch immer, erinnerte Kogler. Wenn ausreichend viele mitmachen, könne man in Österreich Gesundheitsschutz, Schutz der Arbeitsplätze und Schutz der Wirtschaft unter einen Hut bringen. Wenn man das Virus auf den Arbeitsplatz einschleppe, gefährde man auch seine Kollegen und die Jobs. Es sei besser, jetzt die Kontakte einzuschränken, als später noch strengere Maßnahmen einsetzen zu müssen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe