APA/KLAUS TITZER

Regierung gedenkt Terroropfer am 2. Jahrestag

02. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Regierungsspitze hat am heutigen Mittwoch an die Opfer des Terroranschlages in Wien vor zwei Jahren erinnert. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: "Heute wie damals sind wir mit unseren Gedanken bei jenen, die wir am Tag des Anschlags verloren haben."

Beim Gedenkstein am Desider-Friedmann-Platz in der Wiener Innenstadt gedachten unter anderem Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) der vier getöteten Menschen mit einer Kranzniederlegung. 

Kanzler und Vizekanzler: Spaltung nicht gelungen

Kanzler und Vizekanzler verurteilten das Attentat als Versuch, die Gesellschaft zu spalten. Dieser sei jedoch gescheitert, man stehe "geschlossen gegen Terror und Gewalt und für das Miteinander und den Frieden." Bei der Kranzniederlegung waren auch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), Justizministerin Alma Zadic (Grüne), Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und der Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, anwesend. Unter großer Polizeipräsenz und starkem Medieninteresse legten sie Blumen und Kerzen nieder.

Vier Tote bei Anschlag in November 2022

Am 2. November 2020 hatte ein IS-Sympathisant vier Menschen in der Wiener Innenstadt getötet und 20 verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Es war der letzte Abend vor einem neuerlichen Corona-Lockdown. Nahe des Bermudadreiecks, einem Ausgehviertel in Wien, eröffnet der Attentäter gegen 20.00 Uhr das Feuer.

Er tötet einen 21-jährigen Österreicher auf dem Fleischmarkt, eine 24-jährige Deutsche am Ruprechtsplatz. In der Seitenstettengasse schießt er auf eine 44-jährige Österreicherin und an der Ecke Rabensteig/Schwedenplatz auf einen 39-jährigen Österreicher. Eine eingesetzte Untersuchungskommission kritisierte eklatante Versäumnisse des Verfassungsschutzes im Umgang mit dem späteren Attentäter.

Terrorgefahr heute?

Auch wenn der Anschlag inzwischen zwei Jahre her ist, sei die Terrorgefahr "gleich geblieben", erklärt der Terrorismus-Experte Nicolas Stockhammer. In manchen Bereichen sei sie allerdings angestiegen. "Die Radikalisierung hat sich in der Pandemie verstärkt", erklärt er im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros. Besonders gefährlich sei dabei das rechtsextreme Spektrum, aber auch im islamistischen Spektrum sei die Gefahr nicht zu unterschätzen.  

Die Familien der Getöteten vom 2. November leiden indes immer noch sehr unter dem Geschehnissen, so PULS 24-Chefreporterin Magdalena Punz. "Es ist nicht nur der eine Mensch, der gestorben ist, da hängt so wahnsinnig viel dran", erklärt sie. Für manche Angehörige sei es nicht einmal mehr möglich, arbeiten zu gehen. Der Jahrestag würde diese negativen Gefühle verstärken.

Das ganze Gespräch:

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz