Regierung für Rudi Fußi nicht amtsfähig: "Kann nicht mal Lotterie organisieren"

04. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Kommunikationsberater Rudi Fußi geht mit Regierung, Impfpflicht und Impflotterie hart ins Gericht. Er selbst würde sich eine neue Regierung mit einer Koalition links der Mitte wünschen und überlegt auch selbst, mit einer Liste anzutreten.

Die Impflotterie "war von Anfang an eine Schwachsinns-Idee, weil wenn es eine Impfpflicht gibt, brauch ich keine Anreize", kritisiert Kommunikations- und Politikberater Rudi Fußi. Anreize hätten nur vor Monaten Sinn gemacht. Außerdem wäre bei einer Fixzahlung von 50 Euro die Motivation größer, das würden auch Expertenmeinungen stützen, und die Kosten wären die gleichen.

Impflotterie "absurd"

Außerdem sei die Idee "absurd", dass Impfgegner, die sich lieber "Ivermectin hineinhaun", sich von einer Lotterie überzeugen lassen. Man müsse mit Information überzeugen, statt auf die aktuellen Werbespots zu setzen, die ein "Rohrkrepierer" seien. Die Aktion war "ein Pfusch von Anfang an, wie immer eigentlich", kritisiert Fußi.

"Wie kann man eine Lotterie ankündigen, ohne die Machbarkeit zu überprüfen? In der Privatwirtschaft würde so jemand gefeuert." Wenn man auf die Idee käme, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für die Umsetzung "zu missbrauchen", zeige das "eine Denke, wie wir sie jetzt auch in den ganzen Sidelettern sehen".

150 Euro Prämie für Reiche? "Komme mir verarscht vor"

Fußi schlägt vor mit dem Geld, das sie Impflotterie kosten würde, Teuerungen im Haushalt abzufedern. "Nehmen wir doch diese Milliarde und geben sie den Menschen, die unter 1.700 Euro Netto verdienen." Diese würde die Inflation so stark treffen, dass sie zwischen Essen und Heizen entscheiden müssen.

"Ich komme mir verarscht vor, wenn jemand wie ich, der gut verdient, 150 Euro Teuerungsausgleich oder eine Impfprämie bekommt." Fußi vermutet, "dass einige Herrschaften, die in der Politik tätig sind, der Aufgabe nicht ganz gewachsen sind".

Skandal auf Skandal

"Das ist ja nicht mehr regierungsfähig", kritisiert der Kommunikationsberater die Skandale rund um unter anderem Schmid-Chats ("Hure der Reichen"), Sideletter, Korruptionsvorwürfe und die Einstellung des Innenministeriums zu Asylfragen, die auf EU-Ebene diskutiert werden.

Er kritisiert auch, dass Vizekanzler Kogler (Grüne) jetzt auf die rasche Umsetzung eines Korruptionsgesetzes drängt, das er nach Ibiza "für dasselbe Jahr versprochen und nicht geliefert hat". Die Regierung "werde nur noch durch die Macht zusammengehalten", misstraue sich jedoch gegenseitig.

"Wenn Leute nicht einmal eine Lotterie organisieren können, wie sollen die die großen Probleme unseres Landes lösen können?", fragt Fußi. "Die Antwort wird keinem von uns Freude bereiten."

Eigene Liste Fußi? "Denke darüber nach"

Er höre sich an wie ein Oppositionspolitiker, habe er denn Interesse, eine eigene Liste zu bilden, fragt PULS 24 Anchor René Ach. "Ich denke darüber nach", stimmt Fußi zu, interessieren würde ihn das aber weder auf Gemeinde- noch Landesebene. Was er sich aber wirklich wünsche sei, dass die ÖVP, die er wiederholt als "Huren der Reichen" bezeichnet, in Opposition geht und "sich selbst reinigt". Er wolle eine Koalition links der Mitte zwischen SPÖ, Grünen und NEOS.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam