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Razzia nach Anschlag auf Stromversorgung in Berlin

Heute, 11:20 · Lesedauer 2 min

Ein halbes Jahr nach einem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung eines Technologieparks in Berlin ist die deutsche Polizei mit einer Razzia gegen Verdächtige vorgegangen. Seit der Früh wurden an weit mehr als einem Dutzend Orten in der deutschen Hauptstadt und in drei anderen Bundesländern Wohnungen und andere Räume durchsucht, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Polizeikreisen erfuhr und die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede.

Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft sagte: "Die Polizei ist im Einsatz im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin im Zusammenhang mit dem Brandanschlag bei Adlershof im September letzten Jahres. Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte." Allein in Berlin durchsuche die Polizei 14 Objekte. Weitere Informationen sollten später veröffentlicht werden.

Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" richtet sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Hunderte Polizisten seien im Einsatz. Nach Informationen der dpa und der "Welt" war auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek im Stadtteil Kreuzberg im Visier der Polizei.

Rund vier Monate nach dem Vorfall im September erlebte Berlin ab dem 3. Jänner dieses Jahres nach einem vermutlich von Linksextremisten verursachten Brandanschlag den größten Stromausfall in seiner Nachkriegsgeschichte. Betroffen waren rund 100.000 Menschen im Südwesten der Stadt. Erst nach vier Tagen konnte der Schaden vollständig behoben werden.

Intensität solcher Angriffe durch Linksextremisten nehme zu

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, sagte Anfang des Monats der dpa: "Gewalttaten und die Angriffe auf die Infrastruktur durch Linksextremisten nehmen seit einigen Jahren nicht unbedingt in der Zahl, aber sehr wohl an Intensität zu." Münch erklärte weiter: "Neben den Taten der sogenannten Vulkangruppen in Berlin und Brandenburg gibt es seit mehreren Jahren einen weiteren Schwerpunkt von Angriffen auf Infrastruktur im Großraum München."

Zusammenfassung
  • Ein halbes Jahr nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung des Technologieparks Adlershof in Berlin hat die Polizei an mehr als einem Dutzend Orten in vier Bundesländern eine großangelegte Razzia gegen mutmaßliche Linksextremisten durchgeführt.
  • Der Anschlag am 9. September 2025 führte zu einem Stromausfall bei rund 50.000 Kunden und verursachte bei Unternehmen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro.
  • Im Januar 2026 erlebte Berlin nach einem weiteren mutmaßlich linksextremen Angriff den größten Stromausfall seit dem Zweiten Weltkrieg, von dem etwa 100.000 Menschen betroffen waren.