Queen-Trauerbeflaggung: SPÖ verärgert über "monarchistische Tendenz"

13. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Das offizielle Österreich wird seine Anteilnahme zum Tod der Queen zum Ausdruck bringen, indem es Fahnen auf öffentlichen Gebäuden auf Halbmast setzt und die EU-Flagge gänzlich abnimmt. Kritik daran kommt aus der SPÖ.

In Ministerien, Schulen und öffentlichen Gebäude werden am kommenden Montag zum Begräbnis von Queen Elizabeth II. die Fahnen auf Halbmast gesetzt. 

Das Schreiben des Generalsekretärs im Kanzleramt, das der "Kleinen Zeitung" vorliegt, besagt: "Aus Anlass des Ablebens Ihrer Majestät Königin Elisabeth II. (...) sind Flaggen in den Staatsfarben auf allen bundeseigenen und jene nicht im Bundeseigentum stehenden Gebäuden, in denen Dienststellen des Bundes untergebracht sind am Beisetzungstag von 7.00 Uhr – 19.00 Uhr auf Halbmast zu hissen. Die EU Flagge ist einzuholen". Die Länder werden aufgefordert, das auch bei öffentlichen Gebäuden zu tun. 

"Völlig unverständlich"

SPÖ-Gemeindevertreter in Niederösterreich kritisieren den Erlass. Für Landes-Präsident des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Rupert Dworak ist es laut einer Aussendung "völlig unverständlich, dass hier eine Trauerbeflaggung für ein nicht demokratisch legitimiertes Staatsoberhaupt, noch dazu für ein Land, das nicht mehr Mitglied der Europäischen Union ist, angeordnet wird".

Ärger über "monarchistische Tendenz"

Verärgert darüber zeigte sich neben Dworak auch GVV-Österreich-Vorsitzender Andreas Kollross. "Österreich ist eine demokratische Republik. Und ich persönlich lehne auch jede monarchistische Tendenz ab", betonte der Bürgermeister von Trumau (Bezirk Baden) und SPÖ-Nationalratsabgeordnete.

In Kärnten werde man die EU-Flagge nicht wie vom Bundeskanzleramt angeordnet einholen sondern wie Fahnen in Staatsfarben ebenfalls auf halbmast setzen, teilte ein Sprecher von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Dienstag der APA mit. Auch wenn Großbritannien aus der EU ausgetreten sei, Österreich sei nach wie vor Mitglied, so die Begründung.

Eine Solidaritätsbekundung in Form von Trauerbeflaggung ist keine Seltenheit. Anlässlich der Terroranschläge von Paris 2015 wurden im ganzen Land die Flaggen ebenfalls auf Halbmast gesetzt.

Neben Trauerbekundungen in Österreich, reisen Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer am Sonntag mit einer kleinen Delegation nach London, um am Begräbnis der Queen persönlich teilzunehmen. In London werden hunderte Royals, Politiker und Würdenträger aus aller Welt erwartet. 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz