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Putin und Erdogan telefonieren zu Libyen und Syrien

10. Juni 2020 · Lesedauer 3 min

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Kremlchef Wladimir Putin über die Situation in Libyen gesprochen. Beide hätten sich tief besorgt darüber gezeigt, dass die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland andauerten und zu weiteren Opfern und Zerstörungen führten, teilte der Kreml am Mittwoch in Moskau mit.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Kremlchef Wladimir Putin über die Situation in Libyen gesprochen. Beide hätten sich tief besorgt darüber gezeigt, dass die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland andauerten und zu weiteren Opfern und Zerstörungen führten, teilte der Kreml am Mittwoch in Moskau mit.

Putin forderte demnach erneut einen sofortigen Waffenstillstand und einen Dialog der Konfliktparteien, um den Krieg zu beenden. Bei dem Telefonat am Mittwoch sei es zudem um den Kampf gegen das Coronavirus gegangen, teilte das türkische Kommunikationsministerium mit.

Am Montag hatte Erdogan bereits mit US-Präsident Donald Trump am Telefon über die Situation in Libyen gesprochen. Einen Tag später tauschte sich Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Lage in dem Land aus.

Im Konflikt um Libyen in Nordafrika stehen Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten auf der Seite des Generals Khalifa Haftar. Die Türkei dagegen unterstützt die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarraj. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte am Samstag eine Initiative für eine neue Waffenruhe angekündigt, der Haftar zustimmte. Die international anerkannte Regierung lehnte die vorgeschlagene Feuerpause aber ab.

Putin und Erdogan sprachen bei ihrem Telefonat auch über die Lage im nordsyrischen Idlib und bekräftigten, an ihren bisherigen Vereinbarungen zur Lösung des Konflikts festhalten zu wollen. Die Präsidenten erinnerten dem Kreml zufolge auch an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern vor genau 100 Jahren. Beide Politiker sprachen sich demnach dafür aus, die Partnerschaft weiter auszubauen.

Beim EU-Einsatz zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen kam es unterdessen laut griechischen Medienberichten zu einer Konfrontation mit der Türkei. Wie das staatliche griechische Fernsehen (ERT) unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Athen berichtete, verhinderten drei türkische Kriegsschiffe am Mittwoch im Mittelmeer die Kontrolle eines unter der Flagge Tansanias fahrenden Frachters.

Die Türken machten demnach griechischen Einsatzkräften per Funk deutlich, dass das in Richtung Libyen fahrende Schiff unter ihrem Schutz stehe. In der Folge soll der Kommandant der EU-Operation Irini seinen Befehl zur Kontrolle des Frachters zurückgenommen haben. Was das Schiff geladen hatte, blieb zunächst unklar.

Eine offizielle Bestätigung für die Ereignisse gab es am Mittwoch zunächst nicht. Eine Sprecherin der Einsatzführung in Rom sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie könne den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Informationen zum Verlauf der Operation würden als geheimhaltungsbedürftig eingestuft.

Grundlegendes Ziel der umstrittenen Operation Irini ist eine Stabilisierung des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes Libyen sowie die Unterstützung des UN-geführten politischen Friedensprozesses. Sie wird von Deutschland zurzeit mit der Bereitstellung eines Seefernaufklärungsflugzeugs und mit Soldaten für die Führungsstäbe der Operation unterstützt.

Quelle: Agenturen