APA - Austria Presse Agentur

Putin setzt Militärparade trotz Coronakrise für 24. Juni an

26. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Trotz Tausender neuer Corona-Infektionen hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler für den 24. Juni angesetzt. Er wies Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag an, mit der Organisation des Großereignisses zu beginnen.

Trotz Tausender neuer Corona-Infektionen hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler für den 24. Juni angesetzt. Er wies Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag an, mit der Organisation des Großereignisses zu beginnen.

"Die Risiken für alle Teilnehmer müssen auf ein Minimum reduziert oder noch besser ausgeschlossen werden", sagte Putin. Die Parade am Tag des Sieges am 9. Mai war abgesagt worden wegen der Coronakrise.

Nun sagte Putin, dass der Höhepunkt der Epidemie überschritten sei. Dabei gab es am Dienstag mit 174 Toten so viele Sterbefälle wie bisher noch nie an einem Tag. Der Kremlchef hatte mehrfach betont, dass das wichtigste politische Ereignis des Jahres bald nachgeholt werden solle.

Mit dem Aufmarsch Tausender Soldaten auf dem Roten Platz in Moskau und der Parade von Panzern und Raketen wird jedes Jahr an die Verdienste der Roten Armee bei der Befreiung Europas vom Faschismus erinnert. Den Tag für die Parade wählte Putin mit Blick auf die Geschichte - weil es am 24. Juni 1945 die erste große Siegesparade nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Moskau gegeben hatte.

"Wir machen das am 24. Juni - an dem Tag, als 1945 die legendäre historische Parade der Sieger stattfand, als auf dem Roten Platz die Kämpfer marschierten, die sich vor Moskau schlugen, die Leningrad verteidigten, um Stalingrad kämpften, Europa befreiten und Berlin im Sturm nahmen", sagte Putin. Zu der Militärparade werden Gäste aus mehreren Ländern erwartet. Für die Atommacht ist die Waffenschau stets Gelegenheit, der Welt militärische Stärke zu demonstrieren.

Am 9. Mai - dem in Russland heiligen Feiertag zur Erinnerung an die 27 Millionen Toten der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg - hatte Putin wegen der Corona-Pandemie die Siegesfeiern eingeschränkt. Er selbst legte Blumen an der Ewigen Flamme und am Grab des Unbekannten Soldaten in Moskau nieder. Auf dem Kremlgelände nahm er eine kleine Parade der Präsidentengarde ab.

Die Moskauer mussten wegen strenger Ausgangssperren im Zuge der Pandemie zu Hause bleiben. Eine Himmelsshow mit 75 Flugzeugen und ein Feuerwerk am Abend wurden im Fernsehen übertragen. Noch immer gelten in der russischen Hauptstadt massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Kritiker warnten erneut davor, dass die Gefahr einer Ansteckung während der Parade weiterhin extrem hoch sei.

Zu Hunderttausenden feiern die Moskauer sonst jedes Jahr die Militärparade. Doch nach wie vor ist die Hauptstadt russlandweit am stärksten betroffen von der Pandemie mit rund 170.000 Corona-Fällen. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten in Russland auf 362.342. Offiziell gab es 3.807 Todesfälle und 131.129 Genesene.

Eine sonst nach der Militärparade übliche Tradition setzte Putin für den 26. Juli an. Bei dem "Marsch des unsterblichen Regiments" tragen die Menschen Fotos ihrer Angehörigen, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben, durch die Straßen. Der neue Termin sei abhängig von der Entwicklung der Epidemie und könne verschoben werden, sagte Putin. Die Aktion gibt es auch in vielen westlichen Staaten.

Quelle: Agenturen