APA - Austria Presse Agentur

Proteste in Myanmar weiten sich aus

22. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Die täglichen Proteste in Myanmar weiten sich weiter aus. Vor drei Wochen Ergriff das Militär dort die Macht und stürzten die Regierung. Die Protestierer fordern die Wiedereinsetzung von Regierungschefin Aung San Suu Kyi.

Drei Wochen nach der Machtergreifung ist es dem Militär in Myanmar nicht gelungen, die täglichen Proteste und die Bewegung des zivilen Ungehorsams einzudämmen. Im Rahmen eines Generalstreiks blieben die meisten Geschäfte im Land am Montag geschlossen. "Jeder schließt sich dem an," berichtete ein Demonstrant an der Hledan-Kreuzung in der Hauptstadt Yangon. Die Straßenkreuzung ist zu einem Ausgangspunkt für die friedlichen Kundgebungen geworden. 

Medien im Besitz des Militärs warnten allerdings vor weiteren Aktionen am Montag. "Die Demonstranten stacheln jetzt die Menschen - besonders die emotionalen Teenager und Jugendlichen - zu einem Konfrontationskurs an, bei dem sie ihr Leben lassen werden," hieß es im staatlichen Fernsehen MRTV.

Mehrere westliche Länder verurteilen Putsch

Mehrere westliche Länder haben den Putsch und die Gewalt gegen Demonstranten verurteilt. Das Militär wies dies als eklatante Einmischung in Myanmars innere Angelegenheiten zurück. Die Behörden übten derzeit "äußerste Zurückhaltung", erklärte das Außenministerium.

Der US-Außenminister Antony Blinken teilte am Sonntag mit, dass die USA weiterhin "entschlossen" gegen die Behörden Myanmars vorgehen würden. "Wir stehen an der Seite des burmesischen Volkes", fügte er hinzu.

Demonstranten fordern Wiedereinsetzung Suu Kyi

Das Militär hatte am 1. Februar die Regierung gestürzt und die De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen. An dem Tag hätte das im November neu gewählte Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen sollen. Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NDL) hatte die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, das Militär spricht aber von Betrug.

Die Protestierer fordern die Wiedereinsetzung von Suu Kyi. Außerdem wollen sie die Verfassung von 2008 kippen, in der dem Militär eine prägende Rolle in der Politik zugeschrieben wird. Die Armee hat bis 2011 ununterbrochen in Myanmar geherrscht.

Quelle: Agenturen