Causa Schilling: "Wird vorgeführt wie eine Rechtsradikale"

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Die Vorwürfe gegen Lena Schilling haben die Wogen hochgehen lassen, auch bei Pro & Contra. Die Meinung gingen von "mit Tratsch hat das nichts zu tun" hin zu "sie wird vorgeführt wie eine Rechtsradikale". Am Ende bleibt auch die Frage: Was ist zu privat für die Öffentlichkeit?

Eine zentrale Person in der Causa um die Grünen EU-Spitzenkandidatin ist Veronika Bohrn Mena. Bei Pro & Contra nahm sie nun auch selbst Stellung, wie es überhaupt dazu gekommen ist. 

"Ich weiß bis heute nicht, wie diese ganzen Erzählungen erstmals in Umlauf gekommen sind", sagte sie bei Moderatorin Gundula Geiginger. Bohrn Mena wiederholte die harten Worte gegenüber ihrer ehemaligen Vertrauten: "Tatsache ist: Da geht es nicht um Gerüchte, nicht um Tratschen. Da geht es um strafrechtliche Vorwürfe". 

Das seien nicht nur "anzügliche Nachrichten und Chats", sondern Vorwürfe von Belästigungen und Angriffen. Laut Bohrn Mena soll Schilling auch über einen Spitzenpolitiker erzählt haben, "er würde seine Frau verprügeln". Bohrn Mena sagte, das sei "kein Tratsch, sondern Verleumdung". 

Video: Schilling Chats - Grüne Spitze unter Druck

Von den Grünen war immer wieder von einer Kampagne gegen die Grünen und "gefüllten Schmutzkübeln" zu hören. Für Falter-Chefredakteur Florian Klenk sei es aber "wurscht, ob es eine Kampagne ist". Er sieht aber vor allem ein Problem: Um die Geschichte zu erzählen, muss man über "höchstpersönliche Bereiche" von Menschen reden und sei dann schnell in einem "Strudel der Gerüchteküche".

"Muhahha"-Chat: Was ist privat?

Ob höchstpersönlich oder nicht war auch die Frage in Bezug auf den Bericht des "Standard" über einen möglichen Wechsel zur Linksfraktion - nach der Wahl zur Grünen-Spitzenkandidatin. Das belegte auch eine Chat-Nachricht. Besondere Bekanntheit erlangte die Nachricht durch das hintan gesetzte "muhahha" der 23-Jährigen. 

Kann man über so eine Nachricht berichten, noch dazu mit kaum oder gar keinem Kontext? Für Standard-Journalist Hans Rauscher bleibe "die Substanz dieselbe. Sie hat kokettiert mit etwas, mit einer Freundin". In ihrer Position als Spitzenkandidatin "kann man nicht so herumspielen". 

Anders sieht das hingegen Klenk. "Das ist ein privates Gespräch mit einer Freundin". Noch weiter geht die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig und meinte: "Ich darf mit meiner besten Freundin jeden Quatsch reden". Schilling werde in dieser Causa "vorgeführt wie ein Rechtsradikaler", so Glawischnig. 

"Die Lena hat über all das sehr viel geschrieben"

Bohrn Mena erkenne bei Schilling allerdings "ein Muster", denn sie hätte "in anderen Punkten auch gelogen". Schilling würde das sagen, was andere hören wollen würden oder "was gerade nützlich ist", so Bohrn Mena. Wie man das alles bestätigen und belegen könne? "Die Lena hat über all das sehr viel geschrieben". 

Ob das jetzt für die Öffentlichkeit bestimmt ist oder nicht? "Was ich für relevant erachte, ist, ob jemand lügt" und dabei "potenziell Dinge macht, die den Rechtsrahmen verlassen", meinte sie. 

ribbon Zusammenfassung
  • Die Vorwürfe gegen Lena Schilling haben die Wogen hochgehen lassen, auch bei Pro & Contra.
  • Die Meinung gingen von "mit Tratsch hat das nichts zu tun" hin zu "sie wird vorgeführt wie eine Rechtsradikale".
  • Am Ende bleibt auch die Frage: Was ist zu privat für die Öffentlichkeit?