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Präsidentenwahl in Portugal: Knappes Rennen prognostiziert

Heute, 20:30 · Lesedauer 1 min

In Portugal sind die Bürger am Sonntag zur Wahl eines Nachfolgers des konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa aufgerufen. Doch dürfte Umfragen zufolge keiner der Kandidaten die für einen Sieg in der ersten Runde notwendige absolute Mehrheit erreichen. Von den insgesamt elf Kandidaten haben der Rechtspopulist André Ventura sowie der Sozialdemokrat António José Seguro und der Konservative Joao Cotrim de Figueiredo die besten Chancen auf einen Einzug in die Stichwahl.

Dass Ventura von der extrem rechten Partei Chega ("Es reicht") Umfragen zufolge die meisten Stimmen bekommen könnte, hat bei vielen Portugiesen Sorgen ausgelöst. Sie warnen vor einer Normalisierung rechtsextremer Positionen. Sollte Ventura tatsächlich in die Stichwahl am 8. Februar einziehen, würde er sich dort aber kaum durchsetzen können. In aktuellen Umfragen gaben mehr als 60 Prozent der Befragten an, in einer Stichwahl auf keinen Fall für den Rechtspopulisten stimmen zu wollen.

Aber schon ein Einzug in die Stichwahl dürfte Ventura als weiteren Beweis für den rasanten Aufstieg seiner Partei werten, die bei der vergangenen Parlamentswahl zweitstärkste Kraft wurde.

Zusammenfassung
  • In Portugal treten am Sonntag elf Kandidaten zur Präsidentenwahl an, wobei laut Umfragen keiner die notwendige absolute Mehrheit für einen Sieg in der ersten Runde erreichen dürfte.
  • Der Rechtspopulist André Ventura von der Partei Chega könnte Umfragen zufolge die meisten Stimmen erhalten, doch mehr als 60 Prozent der Befragten schließen aus, ihn in einer möglichen Stichwahl am 8. Februar zu wählen.
  • Schon ein Einzug Venturas in die Stichwahl würde als weiterer Beleg für den schnellen Aufstieg der Partei Chega gelten, die zuletzt zweitstärkste Kraft im Parlament wurde.