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Pius XII. kannte wichtiges Schreiben zum Holocaust

22. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Neue Aktenfunde aus dem Vatikan zeigen offenbar, dass Papst Pius XII. ein wichtiges US-Schreiben über die Gräueltaten im Holocaust kannte. Das berichtet eine Gruppe von deutschen Kirchenhistorikern rund um Hubert Wolf in der Wochenzeitung "Die Zeit". Die Wissenschafter sichten seit März Dokumente in den lange geheimen Archiven des Vatikans in Rom.

Neue Aktenfunde aus dem Vatikan zeigen offenbar, dass Papst Pius XII. ein wichtiges US-Schreiben über die Gräueltaten im Holocaust kannte. Das berichtet eine Gruppe von deutschen Kirchenhistorikern rund um Hubert Wolf in der Wochenzeitung "Die Zeit". Die Wissenschafter sichten seit März Dokumente in den lange geheimen Archiven des Vatikans in Rom.

Wie die Forscher schreiben, legten Mitarbeiter Papst Pius XII. im September 1942 einen Bericht des amerikanischen Botschafters beim Vatikan, Myron Charles Taylor, über die Morde der Deutschen an Juden vor. Das belegten Recherchen des Teams, auch wenn das Schreiben selbst lange bekannt gewesen sei. Konkret habe das Kirchenoberhaupt in dem Bericht etwa von der Verschleppung Hunderttausender in deutsche Konzentrationslager, von Massenhinrichtungen sowie Massakern in Ostpolen erfahren. US-Präsident Franklin D. Roosevelt habe den Auftrag erteilt, den Papst zu informieren und um einen öffentlichen Protest zu bitten. "Erst jetzt ist klar, dass der Papst persönlich Einblick in das Schreiben nahm", heißt es in der "Zeit".

Die Amerikaner hätten den Papst um Bestätigung der Schreckensberichte gebeten. Historiker Wolf und sein Team legen dazu dar, dass der Vatikan seine eigenen Informationen aus dieser Zeit über den Holocaust nicht weitergereicht habe. Auch ein Protest sei unterblieben. Mit Blick auf die Gründe gebe es weiter Fragen.

Mehr als 60 Jahre nach dem Tod von Pius XII. hatte der Vatikan seine Archive aus der Zeit des historisch umstrittenen Weltkriegspapstes Anfang März geöffnet. Eine der Forschungsfragen ist, warum der Papst nicht deutlicher gegen den Holocaust protestiert hatte.

Quelle: Agenturen