APA - Austria Presse Agentur

Petition gegen "Notenzwang" im Volksschulzeugnis

05. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Dieses Schuljahr bringt wieder verpflichtende Ziffernnoten ab dem Jahreszeugnis der zweiten Klasse Volksschule. Die Wiener Initiative "Schule.schafft.Autonomie" will mit einer parlamentarischen Bürgerinitiative gegen den "Notenzwang" ankämpfen. Am Freitag werden die 4.200 bisher gesammelten Unterschriften der Parlamentsdirektion übergeben, die Petition kann dann online unterzeichnet werden.

Dieses Schuljahr bringt wieder verpflichtende Ziffernnoten ab dem Jahreszeugnis der zweiten Klasse Volksschule. Die Wiener Initiative "Schule.schafft.Autonomie" will mit einer parlamentarischen Bürgerinitiative gegen den "Notenzwang" ankämpfen. Am Freitag werden die 4.200 bisher gesammelten Unterschriften der Parlamentsdirektion übergeben, die Petition kann dann online unterzeichnet werden.

Unterstützung bekommt das Bündnis rund um Eltern, Schüler und Pädagogen der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau (ILB) von drei weiteren Initiativen, die sich ebenfalls für Entscheidungsfreiheit der Schulen bei der Leistungsbeurteilung starkmachen. Gemeinsam konnten sie nach eigenen Angaben bisher über 23.000 Unterstützungsunterschriften sammeln. "Mit diesem Schulterschluss wollen wir zeigen, dass das kein Randthema ist", wird Barbara Trautendorfer, die Erstunterzeichnerin der Bürgerinitiative, in einer Mitteilung zitiert.

Die Forderung der Aktivisten, die sich für die Unterschriftenübergabe in Wien versammelt haben: Ob an Volksschulen Ziffernnoten im Zeugnis stehen oder alternative Beurteilungsformen wie Pensenbücher eingesetzt werden, soll wieder schulautonom "im Dialog zwischen Schulleitung, PädagogInnen und Eltern" entschieden werden. Fünf Ziffernnoten stünden für viele im Widerspruch zu den Anforderungen einer individuell und inklusiv orientierten Pädagogik, so die Begründung. Durch das Ziffernnotensystem werde außerdem das Lernen aus Sachinteresse vom "Lernen um der Note willen" verdrängt.

Unterstützung für die Initiative kommt von SPÖ und den NEOS. Die Bildungssprecherinnen der beiden Parteien, Sonja Hammerschmid und Martina Künsberg Sarre appellierten in Aussendungen an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), die Vorschläge der Petition aufzugreifen.

Seit diesem Schuljahr müssen ab dem Jahreszeugnis der zweiten Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten vergeben werden. Gleichzeitig ist nun in allen Volksschuljahrgängen zusätzlich zu den Ziffernnoten eine Verbal-Beurteilung vorgesehen. Für eine rein alternative Beurteilung kann sich das aus Eltern und Lehrern gebildete Klassenforum nur noch in der ersten Klasse sowie im ersten Semester der zweiten Klasse Volks- und Sonderschule entscheiden.

Bis zur Neuregelung konnten sich die Schulen hingegen in den ersten drei Volksschulklassen autonom anstelle von Ziffernnoten für eine schriftliche "Leistungsinformation" entscheiden. Im Vergleich dazu gibt es mit der Neuregelung also bis zu zwei Zeugnisse (zweite und dritte Klasse) und eine Schulnachricht (dritte Klasse) mehr, in denen die Leistung der Kinder mit Ziffernnoten bewertet werden muss.

Quelle: Agenturen