Patienten laut Ärzte ohne Grenzen auf Haiti exekutiert

19. Aug. 2022 · Lesedauer 1 min

Eine Gruppe bewaffneter Männer hat am Sonntag gegen 23.00 Uhr das Krankenhaus Raoul Pierre Louis in Port-au-Prince gestürmt und einen Patienten vor dem Krankenhaus exekutiert. Dies berichtete die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), welche die Notaufnahme unterstützt, auf der der unter Waffengewalt herausgeholte Patient lag. "Wir sind entsetzt über die Barbarei dieses Mordes, der gegen unsere humanitären Prinzipien verstößt", hieß es am Freitag in einer Aussendung.

Ärzte ohne Grenzen fordere die bewaffneten Akteure in Haiti erneut auf, "die medizinische Versorgung zu respektieren, einschließlich der Verwundeten und des Personals, das sie behandelt, der Einrichtungen, die sie aufnehmen, und der Krankenwagen, die sie transportieren", teilte Benoit Vasseur, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Haiti, mit.

Haiti leidet unter einer Welle der Gewalt. Mächtige Banden kämpfen in dem bitterarmen Karibikstaat um die Kontrolle der illegalen Geschäfte. Bei heftigen Kämpfen in der Armensiedlung Cite Soleil bei Port-au-Prince kamen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation RNDDH im Juli innerhalb weniger Tage rund 300 Menschen ums Leben. Laut Ärzte ohne Grenzen sind Tausende von Menschen ohne Trinkwasser, Nahrung oder medizinische Versorgung in einem isolierten Gebiet von Cité Soleil eingeschlossen.

Quelle: Agenturen