Papst schloss Heilige Pforte am Petersdom: Festjahr endet
Nach den Worten "Diese Heilige Pforte schließt sich, aber die Pforte deiner Gnade schließt sich nicht", kniete der Papst zunächst auf der Schwelle der Tür nieder. Dann schloss er mit beiden Händen die Doppelflügeltür, durch die im Laufe der vergangenen 54 Wochen mehr als 33,4 Millionen Menschen aus 185 Ländern gepilgert waren. Traditionsgemäß wird die Pforte in den kommenden Tagen auch wieder zugemauert.
Leos am 21. April verstorbener Vorgänger Franziskus hatte die Heilige Pforte am Heiligen Abend 2024 geöffnet und damit das Startsignal für das Heilige Jahr gegeben. An der Messe zum Hochfest Epiphanie (Erscheinung des Herrn) und der Schließung der Heiligen Pforte am Dienstag nahm auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella im Petersdom teil.
Mit über 36 Prozent stammten die meisten Rom-Besucher im Heiligen Jahr aus Italien, gefolgt von US-Amerikanern (12,6 Prozent), Spaniern (6,2 Prozent), Brasilianern (4,7 Prozent), Polen (3,7 Prozent) und Deutschen (3,2 Prozent). Die rund 230.000 Österreicher lagen mit 0,7 Prozent auf Platz 19. Knapp 63 Prozent aller Pilgerinnen und Pilger stammten aus Europa, gefolgt von 16,54 Prozent aus Nord- und 9,44 Prozent aus Südamerika. Aus dem Nahen Osten reisten die wenigsten Pilger nach Rom: Sie machten 0,46 Prozent aus.
Nicht erst in 25 Jahren, sondern bereits 2033 könnte das nächste große Jubiläumsjahr in Rom stattfinden. Dann jähren sich Tod und Auferstehung von Jesus Christus zum 2.000. Mal. Die Entscheidung, ob dies in Form eines außerordentlichen Heiligen Jahres begangen werden soll, steht noch aus und muss vom Papst selbst getroffen werden. Der Pontifex kann aber von dem seit 1475 bestehenden regulären 25-Jahres-Rhythmus abweichen und sogenannte außerordentliche Heilige Jahre ausrufen.
Papst schloss Weihnachtsfeierlichkeiten ab
Mit einer Messe zum Dreikönigstag - liturgisch als Tag der Erscheinung des Herrn bekannt - schloss Leo XIV. am Dienstag im Petersdom auch die Weihnachtsfeierlichkeiten ab. Der Papst erinnerte in seiner Messe an die im Evangelium beschriebenen drei Weisen aus dem Morgenland, mit denen die christliche Glaubensverkündigung begonnen habe.
Beim Angelus-Gebet rief der Pontifex alle Gläubigen dazu auf, "Handwerker des Friedens" zu werden. Die verkündete Hoffnung müsse "bodenständig" sein und in der Welt eine neue Geschichte entstehen lassen, sagte er. Der Papst erneuerte seinen Appell für Frieden: Fremde und Gegner sollten zu Brüdern und Schwestern werden, Ungleichheit solle durch Gerechtigkeit ersetzt und die "Kriegsmaschinerie" durch das "Handwerk des Friedens" überwunden werden.
Lob vom Papst für die Sternsinger
Beim Mittagsgebet im Vatikan am Dreikönigstag dankte Leo XIV. den Kindern und Jugendlichen in aller Welt, die sich als Sternsinger "dafür einsetzen, ihren benachteiligten Altersgenossen zu helfen". Zugleich dankte er denen, die "für die Missionare beten".
Der Brauch des Sternsingens mit Spendensammlungen von Haustür zu Haustür ist vor allem in deutschsprachigen Ländern verbreitet. Eine Delegation von 23 Sternsingerinnen und Sternsingern aus mehreren Ländern, darunter eine Gruppe aus Frauenkirchen im Burgenland, hatte am Neujahrstag den Papst im Petersdom getroffen.
In Österreich 85.000 Mädchen und Buben unterwegs
In Österreich waren von 27. Dezember bis 6. Jänner rund 85.000 Mädchen und Buben als Sternsinger unterwegs. Als "Heilige Drei Könige" verkleidet, wandern sie singend von Haus zu Haus, bringen den Segen und bitten um Spenden für hunderte Hilfsprojekte der Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar in Armutsregionen der Welt.
In seiner Ansprache zum 6. Jänner betonte Papst Leo XIV., das Beispiel der Heiligen Drei Könige, die für ihre Reise zu Jesus viel riskierten und dem Kind in der Krippe wertvolle Geschenke brachten, sei ein Ansporn, viel zu geben. Anstelle der Ungleichheit solle Gerechtigkeit treten, aus Fremden und Feinden sollten Freunde werden; und statt der Waffenindustrie solle die Kunst des Friedenschaffens gestärkt werden.
Italien feiert Hexe Befana
In Italien wird am 6. Jänner weniger das Dreikönigsfest als vielmehr jenes der Hexe Befana gefeiert. Das Wort ist eine Verballhornung des griechischen Wortes "Epiphanie" (Erscheinung). Bei dem heidnischen Fest geht es um eine knollennasige Hexe, die der Legende nach dem Stern von Bethlehem nicht rechtzeitig gefolgt ist und so den Stall von Bethlehem verfehlte. Noch immer auf der Suche nach dem göttlichen Kind bringt sie deshalb ihre Geschenke in jedes Haus. Die Befana kommt in der Nacht auf den 6. Jänner und hinterlässt den Kindern Geschenke und Süßes.
Zusammenfassung
- Papst Leo XIV. schloss am Dreikönigstag die Heilige Pforte am Petersdom und beendete damit das Heilige Jahr 2025, an dem über 33,4 Millionen Pilger aus 185 Ländern teilgenommen hatten.
- Mit mehr als 36 Prozent stellten Italiener die größte Pilgergruppe, gefolgt von US-Amerikanern (12,6 Prozent), während rund 230.000 Österreicher (0,7 Prozent) nach Rom reisten.
- Papst Leo XIV. rief die Gläubigen dazu auf, "Handwerker des Friedens" zu werden, und betonte die Notwendigkeit, Ungleichheit durch Gerechtigkeit zu ersetzen.
- In Österreich engagierten sich rund 85.000 Kinder als Sternsinger und sammelten Spenden für hunderte Hilfsprojekte der Dreikönigsaktion.
- Das nächste große Jubiläumsjahr könnte bereits 2033 stattfinden, wenn sich Tod und Auferstehung Jesu Christi zum 2.000. Mal jähren.
