APA - Austria Presse Agentur

Papst Franziskus feiert Ostersonntag mit reduziertem Corona-Programm

04. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Am Ostersonntag entzündete Papst Franziskus in der dunklen Peterskirche die Osterkerze, erst nach und nach wurde die Basilika erleuchtet: So begann am Sonntag in der Osternacht das Fest zur Auferstehung Jesu Christi von den Toten im Zeichen von Corona. Am Sonntag wird der Pontifex nach der Ostermesse um 10 Uhr den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" spenden.

Zehntausende Pilger drängten sich in der Vergangenheit am Petersplatz in Rom, um mit Papst Franziskus den höchsten katholischen Feiertag zu begehen. Die Scharen von Gläubigen blieben auch in diesem Jahr wieder aus, zum zweiten Mal in Folge. Wegen der Coronakrise verlegte der Vatikan den Gottesdienst erneut in den Petersdom. Dort dürfte auch wieder nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmern zugelassen sein. Bei den Gottesdiensten an den vorangegangenen Tagen waren es meist um die 200 Leute.

Im April 2020, als die Pandemie in Italien in vollem Gang war - hatte Papst Franziskus am Ostersonntag in noch beschränkterer Form mit einigen wenigen Konzelebranten und Ordensschwestern die Ostersonntagsmesse gefeiert. Die Liturgie wurde etwas verkürzt.

Kreuzweg im Kolosseum fiel Corona zum Opfer

Damals wie auch in diesem Jahr mussten Veranstaltungen ausfallen oder an andere Orte verlegt werden. Franziskus konnte zum Beispiel den Kreuzweg am Karfreitag nicht wie sonst am Kolosseum in Rom beten, sondern musste auf den Petersplatz ausweichen. Für den 84-Jährigen, der als jemand gilt, der gerne unter Menschen ist, fallen die großen Kirchenfeste Ostern und Weihnachten in Pandemiezeiten ernüchternd aus. Seine Volksnähe war etwa auf seiner Irak-Reise sichtbar, als er im Fußballstadion der kurdischen Hauptstadt Erbil nach langer Zeit wieder eine Messe vor Tausenden Menschen halten konnte.

"Urbi et Orbi"

Der zweite wichtige Programmpunkt am diesjährigen Ostersonntag ist die Spende des Segens "Urbi et Orbi" (Für die Stadt und den Erdkreis) im Anschluss an den Gottesdienst um 10. Damit erlässt der Papst den Gläubigen die Strafen für ihre Sünden, wenn sie diese schon zuvor - beispielsweise in der Beichte oder durch Gebete - getilgt haben. Früher konnten Gläubige den Ablass nur auf dem Petersplatz empfangen. Über die Jahre wurde das auch über das Radio (1967), das Fernsehen (1985) und das Internet (1995) möglich.

Der Segen steht in der Regel an Ostern und Weihnachten auf dem Programm - und dann, wenn ein Papst neu gewählt wurde. Im vergangenen Jahr spendete der Pontifex den Segen zudem aus außerordentlichem Anlass am 27. März. Grund dafür war die Corona-Pandemie. Damals rief er die Katholiken zu Nächstenliebe und dem Erkennen der wahren Prioritäten im Leben auf.

Quelle: Agenturen