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"Offen rassistisch": Grüne kritisieren Sachslehner-Tweet

06. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Auf breite Kritik bei den Grünen stieß ein Tweet von ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner zu den Asylantragszahlen. Gleich mehrere heftige Repliken kamen vom Koalitionspartner. Der Tweet wurde als "offen rassistisch" und menschenverachtend kritisiert. Die Aussage zeige den wahren Zustand der ÖVP.

"Insgesamt 16.000 Asylansuchen wurden heuer bereits gestellt. Die allermeisten Asylwerber stammen aus Afghanistan & Syrien. Damit leidet Österreich an der pro Kopf zweithöchsten Belastung durch Asylanträge in der EU", twitterte die ÖVP-Politikerin unter anderem.

Grünen-Nationalratsabgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic bezeichnete es als "schändlich", Ablenkung auf dem Rücken der Schwächsten zu betreiben. Der Tweet sei "offen rassistische Polemik". Ernst-Dziedzic war nicht die einzige aus dem grünen Lager, die Sachslehners Äußerungen kritisierte. 

Ihr Nationalrats-Kollege Lukas Hammer warf der ÖVP-Politikerin und ihrem Tweet "Menschenverachtung" vor. "Hör auf, dich so über schutzsuchende Menschen zu äußern, Laura!", wandte er sich via Twitter direkt an Sachslehner. 

Mit Georg Bürstmayr wiedersprach ein dritte Abgeordneter des grünen Koalitionspartners. Österreich leide nicht, stellte Bürstmayr klar. Den aufgenommenen Flüchtlingen stehe der Schutz zu. Das sei Teil des Regierungsprogramms und werde auch so bleiben. 

Für Berîvan Aslan, Sprecherin für Integration und Menschenrechte bei den Wiener Stadt-Grünen, zeige die Aussage den "wahren Zustand der ÖVP" auf. 

Daniel Landau, Mitinitiator von #YesWeCare, findet es "skandalös", dass Sachslehner schreibe, dass Österreich unter Menschen leide. Er spricht der ÖVP den christlichen Grundgedanken ab. Es sei "schon sehr heftig", dass eine solche Aussage aus dem Spitzenbereich der Partei komme. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam