Österreichs Unis in Fächer-Ranking neun Mal unter Top-100
In den Geisteswissenschaften arbeitet sich die Uni Wien mit ihrem Ergebnis beständig weiter in Richtung Spitze vor, vor zehn Jahren wurde sie in der Fächergruppe noch auf Platz 47 gereiht. Unter die Top 100 schaffte es Österreichs mit Abstand größte Hochschule auch in den Sozialwissenschaften (41), Recht (46), Psychologie (56), Bildungswissenschaften (84) und Physik (95).
Weiterhin nach oben ging es auch für die TU Wien in den Computerwissenschaften (Rang 71 nach 79 bzw. 84 in den Jahren davor). Die Medizin-Uni Wien schaffte es diesmal mit Platz 84 wieder klar unter die besten 100, nachdem sie in den vergangenen Jahren nur knapp oder gar nicht in der Spitzengruppe gelistet worden war. Die nach Wien übersiedelte Central European University (CEU), die mittlerweile als österreichische Universität gerankt wird, erreichte in den Rechtswissenschaften Rang 83. Im Vorjahr hatten es österreichische Unis in "nur" sechs Fächergruppen unter die besten 100 geschafft.
Keine Top-100-Platzierung gab es für heimische Unis in den Ingenieurswissenschaften, den Life Sciences und in den Wirtschaftswissenschaften, wobei in allen drei Bereichen österreichische Hochschulen zumindest unter die besten 200 gereiht werden (Life Sciences: Uni Wien Plätze 101-125, Ingenieurswissenschaften: TU Wien 126-150, Wirtschaftswissenschaften: Uni Wien Plätze 101-125 und Uni Linz Plätze 151-175). Weitere Top-200-Plätze gibt es diesmal in den Sozialwissenschaften (CEU: 126-150), Computerwissenschaften (Uni Wien: 101-125, TU Graz: 176-200), Psychologie (Uni Linz: Plätze 176-200), Bildungswissenschaften (Uni Graz: 176-200) und in der Medizin (Medizin-Uni Graz 151-175, Medizin-Uni Innsbruck 176-200).
International hat wie bei den Uni-Leistungsvergleichen üblich die USA die Nase vorn. In acht der elf Ranglisten liegen amerikanische Unis auf Platz eins, in dreien britische. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) landete in drei Fächergruppen an der Spitze, Harvard, Stanford und die britische Oxford University je zwei Mal und das California Institute of Technology (Caltech) sowie die britische University of Cambridge je einmal. Chinesische Hochschulen sind weiter am aufsteigenden Ast mit sieben Top-10-Platzierungen, im Vorjahr waren es noch vier. Beste und gleichzeitig einzige unter die besten 10 gereihte kontinentaleuropäische Uni ist die ETH Zürich mit Platz drei in den Computerwissenschaften und Rang neun in Physik.
Phil Baty vom THE bezeichnete die Ergebnisse in einer Aussendung als Beleg für eine "entstehende neue Weltordnung", die westliche Dominanz in Hochschulbildung und Forschung werde zunehmend herausgefordert. Ostasien, allen voran China, mache bemerkenswerte Fortschritte vor allem in geopolitisch besonders relevanten Bereichen wie Informatik und Physik.
Zusammenfassung
- Österreichs Universitäten sind im aktuellen Times Higher Education Ranking neun Mal unter den Top 100 vertreten, wobei die Uni Wien mit Rang 22 in den Geisteswissenschaften das beste Ergebnis erzielt.
- Auch die Medizin-Uni Wien, die TU Wien und die Central European University schafften es in einzelnen Fächern unter die besten 100, während im Vorjahr nur sechs österreichische Top-100-Platzierungen erreicht wurden.
- International dominieren die USA mit acht Spitzenplätzen, während chinesische Hochschulen ihren Einfluss ausbauen und die ETH Zürich als einzige kontinentaleuropäische Uni unter die Top 10 kommt.
